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19.10.2006
 

Isaf-Truppe

Kanada fordert deutsche Unterstützung in Südafghanistan

Es sollen die härtesten Bodenkämpfe der Nato-Geschichte sein, doch die Last des Isaf-Einsatzes im gefährlichen Süden Afghanistans liegt auf den Truppen weniger Staaten. Kanadas Verteidigungsminister fordert jetzt mehr direkte Unterstützung seiner Soldaten - auch von Deutschland.

Ottawa - "Wir würden gerne mehr Unterstützung von denjenigen erhalten, die im Westen und im Norden eingesetzt sind", sagte der kanadische Verteidigungsminister Gordon O'Connor in Ottawa. 2300 kanadische Soldaten sind im besonders gefährlichen Süden Afghanistans stationiert, wo sie vor allem in jüngster Zeit wiederholt in erbitterte Kämpfe mit aufständischen Taliban-Rebellen gerieten. Mehr als 40 kanadische Soldaten starben bisher in Afghanistan.

Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien sind mit ihren Soldaten hingegen in anderen, weitaus ungefährlicheren Landesteilen präsent und haben eine Verlegung ihrer Truppen in den Süden abgelehnt. Dies kritisierte O'Connor: "Die Grundlage der Nato ist es, dass wir in diesem Einsatz alle gemeinsam stecken. Und wir müssen uns alle gegenseitig helfen."

Die Nato-Staaten, die nicht in Afghanistans Süden aktiv sind, müssten ihre vorsichtige Haltung aufgeben, forderte O'Connor. Zudem müssten zusätzliche Soldaten in das Land entsandt werden. Er hoffe, dass seine Anliegen beim Gipfel des 26 Mitglieder starken Militärbündnisses in der lettischen Hauptstadt Riga Ende November geregelt würden.

Die Nato hat bereits eingeräumt, dass sie den Widerstand der Taliban im Süden Afghanistans unterschätzt hat. Britische, niederländische und kanadische Soldaten sind in der Region gegen die Rebellen im Einsatz. Experten sprechen von der härteste Bodenschlacht, in die die Nato je in ihrer 57-jährigen Geschichte verwickelt war. In diesem Jahr eskalierte die Gewalt wie noch nie seit dem Sturz der Taliban Ende 2001.

Die Bundeswehr leitet im Rahmen des Nato-Einsatzes das Kommando im Norden Afghanistans und ist auch in der Hauptstadt Kabul präsent.

phw/reuters

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