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20.10.2006
 

Russland

Kreml macht Übersetzungsfehler für Putins schlechten Scherz verantwortlich

Der Kreml hat heute mit einer Erklärung auf einen übel aufgenommenen Scherz von Staatschef Wladimir Putin reagiert. Es habe sich um einen Übersetzungsfehler gehandelt, heißt es. Putin soll Präsident Katzav in Schutz genommen haben. Dem Israeli wird Vergewaltigung vorgeworfen.

Moskau - Es habe sich um einen Übersetzungsfehler gehandelt, versuchte der Kreml heute die Wogen zu glätten. Bei der Übertragung vom Russischen ins Englische werde ein Witz oft nicht richtig wiedergegeben, sagte ein Sprecher heute. Die Erklärung aus dem Kreml lässt allerdings Fragen offen: einer der Ohrenzeugen ist ein russischer Journalist.

Wladimir Putin soll sich gegenüber dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert bewundernd über Mosche Katzavs Potenz geäußert haben, weil dieser zehn Frauen vergewaltigt habe. Aus israelischen Kreisen verlautete, Putin habe bei dem Treffen mit Olmert am Mittwoch in Moskau sinngemäß erklärt, Katzav sehe gar nicht wie ein "Womanizer" aus.

Der russischen Zeitung "Kommersant" zufolge äußerte sich Putin wesentlich direkter. "Wir alle beneiden ihn", soll er über Katzav gesagt haben. "Was für ein starker Kerl! Zehn Frauen hat er vergewaltigt", zitierte die Moskauer Tageszeitung Putins Worte. Den Angaben nach fuhr Putin bei dem Treffen am Mittwoch fort, Katzav habe alle überrascht. Moskauer Medien rätselten, ob das als Ironie oder als moralische Unterstützung für Katzav zu verstehen sei.

Der für die Berichterstattung aus dem Kreml zuständige "Kommersant"-Journalist Andrej Kolesnikow kommentierte das Gehörte mit den Worten, das sei einer jener Momente gewesen, in denen man seinen Ohren nicht traue.

Die israelische Polizei hat nach monatelangen Ermittlungen empfohlen, Anklage gegen Katzav wegen sexueller Nötigung zu erheben. Der 60-Jährige hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

ler/AP/dpa

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