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07.11.2006
 

US-Wahlkampf

Kandidat der Republikaner will sich nicht mit Bush zeigen

Tag der Entscheidung in den USA. Bis zur letzten Minute versuchen Demokraten und Republikaner, ihre Anhänger für die Kongress- und Gouverneurswahlen zu mobilisieren. Der republikanische Gouverneurskandidat in Florida gab dabei Präsident Bush einen Korb.

Washington – Bei der Kongresswahl heute sind alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie 33 der 100 Senatoren zu bestimmen. In 36 der 50 Einzelstaaten finden außerdem Gouverneurswahlen statt. Obwohl Präsident George W. Bush bei der Abstimmung nicht zur Disposition steht, gilt die sogenannte Zwischenwahl als Stimmungsbarometer für dessen Politik. Umfragen zufolge haben die oppositionellen Demokraten gute Chancen, zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zu erobern. Zuletzt schmolz ihr Vorsprung laut Umfragen. Auch im Senat müssen die Republikaner um ihre Vorherrschaft bangen.

Bush: Abfuhr in Florida
AP

Bush: Abfuhr in Florida

Wahlberechtigt sind rund 200 Millionen Amerikaner. Die ersten Wahllokale öffnen an der Ostküste um 6 Uhr Ortszeit (12 Uhr MEZ) und schließen um 18 Uhr (24 Uhr MEZ). An der Westküste schließen die letzten Wahllokale erst am Mittwoch um 6 Uhr MEZ. Mit ersten Hochrechnungen wird am Mittwoch gegen 1 Uhr MEZ gerechnet.

Im Wahlkampf-Endspurt in den USA konzentrierten sich Demokraten und Republikaner darauf, ihre Anhänger auch zur tatsächlichen Stimmabgabe zu mobilisieren. Bei Wahlen, bei denen nicht auch der Präsident gewählt wird, geben in den USA oft nur 40 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Irritiert zeigte sich das Weiße Haus vom republikanischen Gouverneurskandidaten Charlie Crist in Florida. Er mied einen Auftritt mit dem Präsidenten in Pensacola und warb stattdessen an einem anderen Ort um Wähler. Crist will Nachfolger von Präsidentenbruder Jeb Bush werden, der nach zwei Amtsperioden als Gouverneur in Folge nicht mehr antreten kann.

Ex-Präsident Bill Clinton von den Demokraten warb gestern im Staat New York für Kongresskandidaten seiner Partei. In dem Staat stellt sich auch seine Frau Hillary Rodham Clinton als Senatorin zur Wiederwahl. Die einstige First Lady, die als mögliche Präsidentschaftsbewerberin bei der Wahl in zwei Jahren gilt, dürfte den erneuten Einzug in den Senat klar schaffen.

Hunderte US-Militärs setzen sich für Rückzug aus Irak ein

Thema Nummer eins im Wahlkampf war der Irakkrieg. Während die Republikaner sich gegen einen Truppenabzug stemmen, plädieren die Demokraten für einen stufenweisen Rückzug. Mehrere hundert US-Militärs haben sich nun durch Unterzeichnung einer Petition an den US-Kongress für einen Rückzug aus dem Irak eingesetzt. Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass sie die Petition im Januar dem Kongress vorlegen wollen. Zugleich riefen sie dazu auf, bis dahin weitere Unterschriften zu sammeln.

"Als ein patriotischer Amerikaner, der stolz ist, seinem Land in Uniform zu dienen, rufe ich meine politischen Vertreter im Kongress auf, den unverzüglichen Rückzug aller amerikanischen Militärs und Stützpunkte aus dem Irak zu unterstützen", heißt es in dem Appell. "Im Irak zu bleiben, bringt nichts, es ist Zeit für die US-Truppen, heimzukehren." Der Aufruf wird von mehreren Anti-Kriegs-Organisationen mitgetragen.

asc/AP/AFP

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