New York/Los Angeles - Mit einem klaren Sieg bei der Senatswahl in New York hat die demokratische Politikerin Clinton ihre Ausgangsposition für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur gesichert. Die Frau des früheren US-Präsidenten Bill Clinton siegte mit deutlichem Vorsprung vor ihrem republikanischen Herausforderer John Spencer, wie US-Fernsehsender auf Grundlage von Nachwahlbefragungen berichteten. Clintons Bestätigung für eine zweite Amtszeit war weithin erwartet worden. New York ist eine Hochburg der Demokraten.
Der Wahlkampf in New York war von Spekulationen über Clintons weitere politischen Ambitionen beherrscht worden. Allgemein wird erwartet, dass die Senatorin eine Bewerbung bei der Präsidentschaftswahl 2008 für die Demokratische Partei anstrebt. Sie selbst hat dies nicht dementiert. Hillary Clinton vertritt den Staat New York seit 2001 im Senat.
Für den Wahlkampf hatte Hillary Clinton mehr Geld ausgegeben als jeder andere Kandidat bei der diesjährigen Kongresswahl. Die Politikerin investierte nach Angaben der Wahlkommission knapp 29,5 Millionen Dollar in den Wahlkampf. Ihr Herausforderer John Spencer hatte lediglich 4,5 Millionen Dollar zur Verfügung. Experten vermuten, dass Clinton einen Teil des Geldes in die Wahlkämpfe demokratischer Parteifreunde hat fließen lassen, um sich innerparteilich Unterstützung für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur zu verschaffen.
Auch in Kalifornien setzte sich der Favorit durch: Arnold Schwarzenegger wurde erneut zum Gouverneur gewählt. Der frühere Bodybuilder und Hollywoodschauspieler konnte sich bei der Wahl klar gegen seinen demokratischen Herausforderer Phil Angelides durchsetzen. Es ist die zweite und letzte Amtszeit des gebürtigen Österreichers als Gouverneur des bevölkerungsreichsten Staates der USA.
Mit einer umweltfreundlich-moderaten Agenda hatte Schwarzenegger viele Wähler in dem liberalen Westküstenstaat für sich gewinnen können. Der Republikaner hatte im Wahlkampf seinen Parteifreund George W. Bush für dessen fehlende Klimaschutzpolitik kritisiert.
Schwarzenegger setzt sich schon seit längerer Zeit als Retter der Umwelt in Szene - Im Gegensatz zu anderen Republikanern ist der früherer Schauspieler deshalb nicht von Bushs Popularitätsverlust betroffen.
Eine historischer Sieg für die Demokraten zeichnet sich unterdessen in Ohio ab. Erstmals seit 16 Jahren stehen die Demokraten davor, in dem Bundesstaat den Gouverneur zu stellen. Hochrechnungen von US-Fernsehsendern zufolge schlug der Demokrat Ted Strickland bei der Wahl seinen republikanischen Rivalen Kenneth Blackwell. Ohio hatte bei der Wahl von US-Präsident Bush 2004 eine entscheidende Rolle gespielt und könnte bei der kommenden Wahl 208 wieder besonders wichtig werden.
Im hart umkämpften Bundesstaat Tennessee sahen die Umfragen dagegen zuletzt den Republikaner Bob Corker vorne. Sein Opponent Harold Ford Jr., ein junger, schwarzer Demokrat, der gegen Abtreibung und strenge Waffengesetze votiert, hatte sich in dem bislang von den Republikanern dominierten Bundesstaat gute Chancen ausgerechnet.
In Connecticut wurde der unabhängige Senator Joseph Lieberman wiedergewählt. Der ehemalige Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten trat als Unabhängiger an, weil er bei der innerparteilichen Vorwahl wegen seiner Unterstützung der Irak-Politik Bushs gescheitert war. Er könnte zum Zünglein an der Waage im Senat werden. Lieberman hat erklärt, er würde sich als Unabhängiger auf die Seite seiner früheren Partei stellen.
hen/jaf/AP/AFP/dpa/Reuters
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