Hamburg - Es gebe glaubwürdige Beweise, dass die Sicherheitskräfte eine Rebellengruppe unterstützen würden, die Kinder entführe und mit ihnen gegen die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kämpfe, sagte Allan Rock, der Berater des Uno-Sondergesandten für Kinder und den bewaffneten Konflikt in Sri Lanka. Präsident Mahinda Rajapakse habe zugesagt, die Vorwürfe zu prüfen und die Verantwortlichen zu bestrafen.
Auch den LTTE-Rebellen warf Rock vor, minderjährige Kämpfer zu rekrutieren und damit gegen bereits gemachte Zusagen zu verstoßen. Die LTTE hätten zugesichert, alle Kindersoldaten zum 1. Januar 2007 aus ihrer Truppe zu entlassen, sagte Rock. Auch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef beschuldigt beide Konfliktparteien, Minderjährige zu rekrutieren.
Die Organisation hat fast 1600 Fälle verzeichnet, in denen die Befreiungstiger Kindersoldaten in den Kampf geschickt haben sollen. Auf der Seite der abtrünnigen und nun von der Regierung gestützten Rebellen gebe es 142 minderjährige Kämpfer. Uno-Vertreter Rock sagte, er gehe aber von einer hohen Dunkelziffer aus.
Nach dem Scheitern der Friedensgespräche ist der Bürgerkrieg in dem Land wieder aufgeflammt und eine Lösung des Konflikts in weite Ferne gerückt. Offiziell ist ein Waffenstillstand in Kraft. Die Volksgruppe der Tamilen kämpft seit mehr als 20 Jahren für eine größere Autonomie im Norden und Osten des Landes. Mehr als 65.000 Menschen kamen seitdem im Zusammenhang mit diesem Kampf ums Leben. Die Europäische Union stuft die Rebellengruppe LTTE als Terrororganisation ein.
bri/Reuters
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