Mexiko-Stadt - "Helft uns, denn wir haben kein Geld," sagte Wahlverlierer Obrador auf einer Pressekonferenz. Seine linksorientierte Bewegung habe einfach nicht die finanziellen Mittel für ihre inoffizielle Gegenregierung und auch nicht für sein "Präsidentengehalt" von monatlich etwa 3500 Euro.
Der vor allem bei der armen Bevölkerung beliebte Obrador hatte sich am Montag vor Zehntausenden Anhängern trotz seiner Wahlniederlage zum "legitimen Präsidenten" küren lassen. Am Jahrestag der mexikanischen Revolution ließ er sich als Symbol seiner Amtseinführung eine rot-weiß-grüne Schärpe umhängen und drohte mit neuen Protesten.
Eine Mehrheit der Mexikaner lehnte diese Zeremonie eine Umfrage zufolge ab. Bei der Präsidentenwahl Anfang Juli war Obrador extrem knapp dem wirtschaftsliberalen Kandidaten Felipe Calderon von der regierenden Partei der Nationalen Aktion (PAN) unterlegen. Obrador warf ihm daraufhin Wahlbetrug vor. Die Einwände erklärte das Oberste Gericht später aber für nichtig.
Während des wochenlangen Streits über das Wahlergebnis rief Obradors Linksbewegung zu Massenprotesten auf, wodurch Teile der Hauptstadt zeitweise lahm gelegt wurden. Die Protestbewegung ebbte aber langsam ab. Die offizielle Amtsübernahme von Calderon soll am 1. Dezember stattfinden. Die Opposition will die staatliche Feier mit Protesten stören.
ler/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH