Samstag, 21. November 2009

Politik



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01.12.2006
 

Fall Litwinenko

Scotland Yard verdächtigt russischen Geheimdienst

Scotland Yard hat bei den Ermittlungen zum Giftmord an Alexander Litwinenko eine heiße Spur. Die britische Polizei vermutet, dass Mitglieder des Geheimdienstes FSB in den Tod des Kreml-Kritikers verwickelt sind. Eine Beteiligung der russischen Regierung sei dagegen "unwahrscheinlich".

London - Eine Beteiligung von FSB-Angehörigen sei "wahrscheinlich", zitiert die britische Tageszeitung "The Guardian" nicht benannte Behördenvertreter. Die Täter könnten "Schurkenelemente" innerhalb des FSB oder frühere Mitglieder sein, heißt es demnach aus Geheimdienstkreisen. Eine offizielle Beteiligung des russischen Staates beispielsweise in Form eines Mordauftrages schlössen die Ermittler aber offenbar aus, heißt es in dem Bericht weiter.

Britische Polizei vor Sushi-Bar: Russen im Visier der Ermittler
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Getty Images

Britische Polizei vor Sushi-Bar: Russen im Visier der Ermittler

Derzeit konzentrierten sich die Ermittlungen auf eine Gruppe von fünf oder mehr Russen, die zum Champions-League-Spiel zwischen Arsenal London und ZSKA Moskau am 1. November in die britische Hauptstadt gekommen waren. Sie flogen anschließend zurück nach Moskau. Die britische Polizei glaube, dass der Schlüssel für Litwinenkos Tod bei dieser Gruppe liege, berichtet der "Guardian".

Litwinenko hatte am 1. November, dem Tag seiner Vergiftung, drei Russen in einem Londoner Hotel getroffen. Der Geschäftsmann und ehemalige KGB-Agent Andrej Lugowoi sagte der Zeitung "Kommersant", er habe Litwinenko zusammen mit Dmitrij Kowtun und Wjatscheslaw Sokolenko im Millennium-Hotel im Stadtteil Mayfair getroffen und sei mit ihnen dann bei dem Fußballspiel gewesen. Litwinenko habe nicht mitkommen wollen.

Alle drei Männer studierten an der selben Militärakademie, arbeiteten in russischen Sicherheitsdiensten und als Leibwächter. Lugowoi bestreitet, etwas mit dem Tod Litwinenkos zu tun zu haben.


Klicken Sie auf die Grafik, um mehr über die Theorien zu Litwinenkos Tod zu erfahren:


In London soll heute Litwinenkos Leichnam obduziert werden. Die britischen Ermittler erhoffen sich von der Untersuchung Aufschluss darüber, wie die radioaktive Substanz Polonium 210 in den Körper des Kreml-Kritikers gelangen konnte. Das Ergebnis wird aber erst in einigen Tagen erwartet. Litwinenko war vor einer Woche gestorben.

Die erste von drei Maschinen der British Airways mit Spuren einer radioaktiven Belastung ist unterdessen nach eingehender Prüfung wieder für den Flugverkehr freigegeben worden. Für die Passagiere an Bord dieses Flugzeugs mit der Bezeichnung G-BZHA habe keine Gefahr bestanden, teilte die britische Gesundheitsbehörde (HPA) in der Nacht zu heute mit.

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Die Untersuchungen der zweiten Maschine in London mit der Bezeichnung G-BNWX dauern hingegen noch an. Ein drittes Flugzeug, die G-BNWB, soll am Freitag von Moskau nach London geflogen werden, um dort überprüft zu werden.

Die Ermittlungen stehen in Verbindung mit dem Tod Litwinenkos. "Diese jüngsten Entwicklungen verstärken nur unsere Vermutung, dass die russische Regierung oder politische Elemente dahinter stecken", sagte Alex Goldfarb, ein Freund Litwinenkos zur Untersuchung der Flugzeuge.

Bislang wurden Urinproben von 24 Personen untersucht, die im Zuge der Affäre mit Polonium-210 in Kontakt gekommen sein könnten. Der Befund sei in allen Fällen negativ gewesen, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

als/AFP/dpa/AP

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