Moskau - Nach dem plötzlichen Zusammenbruch des früheren russischen Ministerpräsidenten Jegor Gaidar am 24. November haben die Ärzte immer noch keine Belege für eine Vergiftung. Das plötzliche Auftreten der Erkrankung und die vielfältigen Symptome, an denen Gaidar leide, ähnelten "keiner bekannten Krankheit", teilte sein Büro unter Berufung auf das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung heute mit. Bislang sei jedoch keine giftige Substanz identifiziert worden, welche die Erkrankung ausgelöst haben könnte. Ein Gaidar-Sprecher sagte, radioaktive Verstrahlung könne "vollkommen ausgeschlossen" werden.
Gaidar wurde gestern Abend aus dem Krankenhaus entlassen. Seine Ärzte wollen heute Auskunft über die Erkrankung geben.
Gaidar war am 24. November auf einer Konferenz in Dublin plötzlich zusammengebrochen. Er musste sich übergeben und wurde ohnmächtig. Nach erster intensivmedizinischer Behandlung in Irland wurde der 50-Jährige nach Moskau gebracht. Gaidar sei erst 60 Stunden nach den ersten Krankheitssymptomen in die Moskauer Klinik gebracht worden, erklärte sein Sprecher. Daher hätten die Ärzte mögliche Giftstoffe nicht mehr nachweisen können.
Die mysteriöse Erkrankung hatte Spekulationen über einen Zusammenhang mit dem Tod des früheren russischen Spions und Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko ausgelöst. Im Körper Litwinenkos, der nur einen Tag vor der Erkrankung Gaidars am 23. November in London starb, wurde das radioaktive Element Polonium-210 nachgewiesen.
phw/AP/AFP/reuters
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