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16.12.2006
 

Moskau

Tausende demonstrieren gegen Putin

Mehrere tausend Anhänger der russischen Opposition haben in Moskau gegen die Regierung demonstriert. Sie forderten ein Ende des "Polizeistaates". Am Rande kam es Schlägereien zwischen Polizisten und Demonstranten.

Moskau - Die Demonstranten protestierten gegen die ihrer Ansicht nach zunehmend autoritäre Politik des Kremls. Unter anderem kritisierten die Demonstranten kürzliche Änderungen der Wahlgesetze. Auf Spruchbändern fordern sie ein "Russland ohne Putin".

Tausende Polizisten und Sondereinsatzkräfte kontrollierten den Triumfalnaja-Platz. Zum "Marsch der Unwilligen" hatten neben der vom früheren Schachweltmeister Garri Kasparow geführten Vereinigten Bürgerfront auch die Volksdemokratische Union des ehemaligen Regierungschefs Michail Kasjanow, die Nationalbolschewistische Partei von Eduard Limonow und andere Gruppierungen aufgerufen.

Kasparow bezeichnete das von Putin geführte Russland als "Polizeistaat", in dem die Staatsmacht nicht einmal mehr den Versuch unternehme, die eigenen Gesetze einzuhalten. Störten diese, würden sie einfach beiseite geschoben, sagte er der "Bild am Sonntag". Von einer "Diktatur" zu sprechen sei "wahrscheinlich zu früh". Einige Freiheiten und Bürgerrechte gebe es noch. Kasparow forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, während Deutschlands Vorsitz der Europäischen Union und der Gruppe der G-8-Staaten im kommenden Jahr nicht um Menschenrechtsverletzungen in Russland herumzureden. Er sprach sich außerdem dafür aus, Russland aus der G-8-Gruppe auszuschließen.

Ursprünglich war ein Protestmarsch durch die Innenstadt geplant. Genehmigt wurde jedoch nur die Kundgebung zur Mittagszeit an dem zentralen Platz. Diese endete schon nach etwa einer Stunde, obwohl die Organisatoren ursprünglich angekündigt hatten, dennoch durch Moskau marschieren zu wollen. Nach ihren Angaben nahm die Polizei mehrere Dutzend Aktivisten fest.

ler/AP/AFP/dpa

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