New York - Der "schlimmste Moment" seiner zehnjährigen Amtszeit sei der Irak-Krieg gewesen, von dem die Vereinten Nationen die USA trotz aller Anstrengungen nicht hätten abhalten können, sagte Annan auf seiner letzten Pressekonferenz als Generalsekretär. Er warnte die USA dringend vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran nach Vorbild des Irak-Kriegs ab. Dies wäre "katastrophal", sagte er. Angesichts der Lage in der sudanesischen Krisenregion Darfur mahnte der scheidende Uno-Generalsekretär ein rasches Eingreifen der internationalen Gemeinschaft an.
Annan wird sein Amt offiziell zum Jahreswechsel abgeben. Sein Nachfolger ist der frühere südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon. Der aus Ghana stammende Uno-Diplomat Annan hatte sein Amt 1997 mit klarer Rückendeckung der USA angetreten. Das Verhältnis zwischen dem Generalsekretär und der Weltmacht verschlechterte sich in den vergangenen Jahren deutlich. Vor allem Annans unablässige Kritik am Irak-Einsatz hatte die Beziehungen abkühlen lassen. Auch in Bezug auf den Umgang der USA mit Terrorverdächtigen und die geplante Reform der Weltorganisation bestanden deutliche Meinungsunterschiede.
Ein weiterer "schmerzhafter Moment" für ihn sei der Bombenanschlag auf die UN-Mission in Bagdad gewesen, bei dem im Sommer 2003 insgesamt 22 Menschen starben, sagte Annan. Der scheidende Generalsekretär ging auch auf den Korruptionsskandal um das Irak-Programm "Öl gegen Lebensmittel" während seiner Amtszeit ein. In dem Fall habe es "einiges Missmanagement" gegeben, räumte er ein. Es seien wohl auch mehrere Uno-Mitarbeiter" in den Skandal verwickelt. Er hoffe aber, dass die Affäre nicht die Errungenschaften der Vereinten Nationen etwa beim Schutz der Menschenrechte und beim Kampf gegen die Armut in den Schatten stelle.
Den Vereinten Nationen trug Annan auf, die humanitäre Krise in der sudanesischen Region Darfur zu lindern. "Ich hoffe, dass es im kommenden Jahr einen UN-Einsatz vor Ort geben wird, der dem leidenden Volk von Darfur effektiv Sicherheit und Schutz bringt." Der frühere schwedische Außenminister Jan Eliasson, den er am Vortag zum Sudan-Beauftragten ernannt habe, werde weltweit mit den Regierungen zusammenarbeiten und eine Lösung anmahnen.
kai/AFP
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