• Drucken
  • Senden
  • Feedback
16.01.2007
 

Waffen-Deal

Russland liefert Raketensysteme nach Iran

Russland hat Iran moderne Raketensysteme verkauft - trotz des Atomkonflikts. Ungeachtet der Embargo-Forderungen aus den USA denkt Moskau schon über weitere Lieferungen nach: Falls das Mullah-Regime noch mehr Waffen "zur Verteidigung" wolle, werde man sie liefern.

Moskau - "In Übereinstimmung mit unseren Verträgen haben wir moderne Flugabwehrsysteme vom Typ Tor-M1 mit kurzer Reichweite ausgeliefert", sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow zu Journalisten.

Die Regierung in Moskau denke zudem darüber nach, weitere Verteidigungswaffen auf entsprechende Anfragen zu liefern, sagte Iwanow. "Sollte die iranische Führung den Wunsch haben, weitere Verteidigungswaffen zu kaufen, würden wir das tun", sagte Iwanow. "Iran steht nicht unter Sanktionen, und wenn er Verteidigungsausrüstung für seine Streitkräfte kaufen will, warum nicht?"

Aus dem Verteidigungsministerium verlautete, die Lieferungen hätten einen Wert von rund einer Milliarde Dollar und seien noch nicht abgeschlossen.

Wegen des Atomstreits mit Iran haben die USA im vergangenen Jahr alle Staaten aufgerufen, Rüstungsexporte in das Land einzustellen. Die Lieferung der konventionellen Tor-M1-Raketen verstößt nicht gegen internationale Abkommen. Nach russischen Angaben handelt es sich um Verteidigungswaffen mit begrenzter Reichweite.

Auch aus den USA gingen Waffenteile nach Iran - allerdings ungewollt: Die US-Streitkräfte haben in mindestens sechs Fällen verbotenes Gerät an Mittelsmänner von Ländern wie Iran und China verkauft. Die Mittelsmänner nutzten dafür Sicherheitslücken bei Auktionen des US-Verteidigungsministeriums aus. Verkauft wurden unter anderem Teile für Kampfflugzeuge und Raketen. In einem Fall gelangte die Ware nach Erkenntnissen von Bundesermittlern nach Iran.

Dabei habe ein pakistanischer Waffenhändler Motorteile eines "Chinook"-Hubschraubers von einer US-Firma gekauft, die die Teile aus Überbeständen des Pentagons erstanden habe, erklärten Beamte der US-Zollbehörde, die nicht genannt werden wollten. Der Waffenhändler verbüßte bereits eine Haftstrafe wegen Exports von Raketenteilen in den Iran. Nach seiner Haftentlassung nahm er sein Geschäft wieder auf.

hen/AP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP