Moskau - "In Übereinstimmung mit unseren Verträgen haben wir moderne Flugabwehrsysteme vom Typ Tor-M1 mit kurzer Reichweite ausgeliefert", sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow zu Journalisten.
Die Regierung in Moskau denke zudem darüber nach, weitere Verteidigungswaffen auf entsprechende Anfragen zu liefern, sagte Iwanow. "Sollte die iranische Führung den Wunsch haben, weitere Verteidigungswaffen zu kaufen, würden wir das tun", sagte Iwanow. "Iran steht nicht unter Sanktionen, und wenn er Verteidigungsausrüstung für seine Streitkräfte kaufen will, warum nicht?"
Aus dem Verteidigungsministerium verlautete, die Lieferungen hätten einen Wert von rund einer Milliarde Dollar und seien noch nicht abgeschlossen.
Wegen des Atomstreits mit Iran haben die USA im vergangenen Jahr alle Staaten aufgerufen, Rüstungsexporte in das Land einzustellen. Die Lieferung der konventionellen Tor-M1-Raketen verstößt nicht gegen internationale Abkommen. Nach russischen Angaben handelt es sich um Verteidigungswaffen mit begrenzter Reichweite.
Auch aus den USA gingen Waffenteile nach Iran - allerdings ungewollt: Die US-Streitkräfte haben in mindestens sechs Fällen verbotenes Gerät an Mittelsmänner von Ländern wie Iran und China verkauft. Die Mittelsmänner nutzten dafür Sicherheitslücken bei Auktionen des US-Verteidigungsministeriums aus. Verkauft wurden unter anderem Teile für Kampfflugzeuge und Raketen. In einem Fall gelangte die Ware nach Erkenntnissen von Bundesermittlern nach Iran.
Dabei habe ein pakistanischer Waffenhändler Motorteile eines "Chinook"-Hubschraubers von einer US-Firma gekauft, die die Teile aus Überbeständen des Pentagons erstanden habe, erklärten Beamte der US-Zollbehörde, die nicht genannt werden wollten. Der Waffenhändler verbüßte bereits eine Haftstrafe wegen Exports von Raketenteilen in den Iran. Nach seiner Haftentlassung nahm er sein Geschäft wieder auf.
hen/AP
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