Antananarivo - Fazul Abdullah Mohammed hat nach lokalen Medienberichten auf der vor Afrika gelegenen Tropeninsel Madagaskar Zuflucht gefunden. Unter Berufung auf Militärkreise und "andere Quellen" berichtet die größte Zeitung der Insel, "Midi Madagasikara", Mohammed leite die Aktivitäten des Netzwerkes im Bereich Ostafrika.
Er stamme von der benachbarten Inselkette der Komoren und halte sich zumindest zeitweise unter falschem Namen in der Hafenstadt Majunga im Nordwesten des Landes auf, wo seine Lebensgefährtin leben soll. Von der Regierung wurde diese Information weder bestätigt noch dementiert.
Mohammed gehört in den USA zu den 35 meistgesuchten Terroristen. Ihn macht Washington für die drei Attentate auf US-Botschaften in Tansania und Kenia im Jahre 1998 verantwortlich.
228 Menschen kamen damals bei den Anschlägen ums Leben, mehr als 5000 wurden verletzt. Für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen, wurde eine Belohnung von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Ende Januar war ein Weggefährte von al-Qaida-Gründer Osama Bin Laden nach offiziell noch unbestätigten Informationen auf Madagaskar unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.
Zuletzt hatten die USA Mohammed in Somalia gejagt. Nachdem die Truppen der somalischen Übergangsregierung mit Unterstützung äthiopischer Streitkräfte die neuen Machthaber der Islamisten weitgehend aus dem Land vertrieben hatten, flog die US-Luftwaffe in dem Land Angriffe auf vermeintliche terroristische Stellungen. Der US-Botschafter in Nairobi, Michael Ranneberger, musste jedoch einräumen, dass es dabei nicht gelungen sei, den gesuchten Qaida-Terroristen zu töten.
phw/dpa
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