Washington - "Das Africa Command wird unsere Bemühungen verstärken, den Menschen in Afrika Frieden und Sicherheit zu bringen und unsere gemeinsamen Ziele von Entwicklung, Gesundheit, Bildung, Demokratie und wirtschaftlichen Fortschritt in Afrika voranzutreiben", erklärte US-Präsident George W. Bush. Verteidigungsminister Robert Gates sei angewiesen worden, einen Standort für das Hauptquartier von "Africom" auszusuchen. Es solle bis September 2008 einsatzbereit sein.
Islamisten in Somalia: Im Visier des US-Militärs
Das US-Militär hat die Welt in Regionen aufgeteilt. Für jede Region wurden eigene Kommandostrukturen aufgebaut und diese mit der Verantwortung für dortige Einsätze ausgestattet. Der Kontinent ist gegenwärtig zwischen dem European Command und dem Central Command aufgeteilt, zu dem auch der Nahe Osten gehört. Die östlichen Inselstaaten gehören zum Verantwortungsbereich des Pacific Command. Das Afrika-Kommando wird die fünfte US-Kommandozentrale mit einem Vier-Sterne-General an der Spitze.
Nach Einschätzung der USA finden in zahlreichen afrikanischen Staaten Extremisten Unterschlupf. Washington will verhindern, dass Mitglieder des al-Qaida-Netzwerks Afrika - wie bereits Afghanistan - als sogenannten sicheren Hafen nutzen. Laut US-Außenministerium ist dies in Somalia bereits der Fall. Die Aktivitäten terroristischer Elemente in dem Land gefährdeten die Stabilität am Horn von Afrika, sagte der für Afrika zuständige Vize-Außenminister Jendayi Frazer.
US-Verteidigungsminister Robert Gates kündigte unterdessen an, er halte einen Beginn des Truppenabzuges der Amerikaner aus dem Irak schon in diesem Jahr für möglich. Voraussetzung für einen solchen Truppenabzug sei, dass die neue Strategie zur Eindämmung der Gewalt in Bagdad Erfolg habe. Dennoch erwägt Gates, die US-Truppen im Irak um bis zu 3000 Soldaten mehr aufzustocken als bisher angekündigt. Als Teil seines neuen Kurses in der Irak-Politik hatte Bush den Einsatz von 21.500 zusätzlichen Soldaten in dem Land angeordnet, um die ausufernde Gewalt in den Griff zu bekommen.
Frankreichs Premierminister Dominique de Villepin hat den USA unterdessen ein Scheitern ihrer Strategie im Irak vorgeworfen. "Die Diagnose für den Irak ist grausam", sagte Villepin in einem auf der Website der britischen Zeitung "Financial Times" veröffentlichten Interview. Seit dem US-geführten Einmarsch 2003 seien mehr als 3000 US-Soldaten getötet worden, allein im Jahr 2006 seien 12.000 irakische Zivilisten ums Leben gekommen.
Die einzige Frage sei mittlerweile, wie man die Spirale der Gewalt stoppen könnte. Die USA und Großbritannien müssten sich deshalb auf einen Zeitplan festlegen und "in einem Jahr" ihre Soldaten abgezogen haben. Im Irak werde es sonst weiter nur "Krisen und Tote" geben, sagte Villepin.
jaf/AFP/reuters/AP/dpa
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