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20.02.2007
 

Sunniten kontra Schiiten

Vergewaltigungsvorwürfe schüren den Hass im Irak

Die angebliche Vergewaltigung einer Sunnitin in Bagdad facht die ohnehin aufgeheizte Stimmung im Irak weiter an. Die vom Schiiten Nuri al-Maliki geführte Regierung bestreitet, dass die Frau von Polizisten missbraucht wurde.

Bagdad - Drei Polizeioffiziere hätten ihr bei einer Razzia vorgeworfen, sie koche für sunnitische Aufständische, berichtete Sabrine al-Dschanabi, 20, in einem tränenreichen Interview im Fernsehsender Al-Dschasira. Die Beamten hätten sie danach abgeführt und in der Polizeiwache vergewaltigt. Mehrere sunnitische Politiker forderten eine Bestrafung der Beamten.

Angebliches Vergewaltigungsopfer: Von Polizisten missbraucht?
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AP

Angebliches Vergewaltigungsopfer: Von Polizisten missbraucht?

Die Regierung des Schiiten Maliki bestreitet die Vergewaltigung vehement. "Eine ärztliche Untersuchung hat ergeben, dass Sabrine al-Dschanabi nicht vergewaltigt wurde, und dass gegen sie bereits drei Haftbefehle vorliegen", heißt es in einer Erklärung der Regierung. Was der jungen Frau aus dem Al-Amel-Viertel vorgeworfen wird, blieb unklar. Ihr Ehemann sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, es habe bislang keine Untersuchung stattgefunden. Schiitische Politiker bezichtigten die Frau der Lüge.

Beobachter befürchten nun, dass der Vorfall unter den Sunniten neuen Hass auf die von den Schiiten dominierte Regierung schürt, was den Aufständischen Zulauf bescheren könnte.

Auch heute forderte die tägliche Gewalt im Irak wieder Todesopfer: Bei der Explosion zweier Autobomben im Süden Bagdads wurden mindestens zehn Menschen getötet. Die Sprengsätze detonierten nach Polizeiangaben in der Nähe einer Tankstelle und an einem Gemüsemarkt. Die Bomben rissen jeweils fünf Menschen in den Tod, insgesamt wurden mehr als 30 verletzt.

Nördlich von Bagdad explodierte ein mit Gas beladener Lastwagen in der Nähe eines Restaurants. Fünf Menschen wurden getötet und rund 140 verletzt. Es ist unklar ob es sich dabei ebenfalls um einen Anschlag oder einen Unfall handelte.

als/dpa/Reuters

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