Teheran - Kurz vor Ablauf des Uno-Ultimatums hat sich Mahmud Ahmadinedschad scheinbar verhandlungsbereit gezeigt: Er lehnte Verhandlungen über die Aussetzung des umstrittenen Atomprogramms nicht grundsätzlich ab. Er stellte jedoch Bedingungen, die der Westen keinesfalls akzeptieren wird.
"Wir sind für einen Dialog", sagte der Präsident heute in einer vom Fernsehen übertragenen Rede in der nordiranischen Provinz Gilan. Vorbedingungen für Gespräche lehnte er jedoch kategorisch ab. Es sei nicht schlimm, dass der Westen einen Stopp der iranischen Nuklearaktivitäten fordere, sagte Ahmadinedschad. Die Gerechtigkeit verlange jedoch, "dass diejenigen, die verhandeln wollen, ihr eigenes Nuklearprogramm aussetzen". Das iranische Volk werde "bis zu Letzt" sein Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie verteidigen.
Beobachter werten die Äußerungen Ahmadinedschads dennoch als im Vergleich zu früheren Aussagen gemäßigt. Er wolle offenbar Gespräche von Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani mit IAEO-Chef Mohamed ElBaradei in Wien nicht gefährden, bei denen sich dieser heute um eine Abwendung von Sanktionen gegen sein Land bemüht.
Der Uno-Sicherheitsrat hatte im Atomstreit mit Iran Ende Dezember Sanktionen verhängt und von Teheran verlangt, umgehend die Urananreicherung sowie sämtliche atomaren Aktivitäten einzustellen, die zur Weiterverbreitung von Atomwaffen führen könnten. Sollte Teheran diesen Forderungen nicht nachkommen, drohen weitere Sanktionen. Die Frist zur Erfüllung der Forderungen läuft morgen ab.
ler/AFP/dpa
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