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05.03.2007
 

Krawalle in Kopenhagen

Geräumtes Jugendzentrum wird abgerissen

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sind Bauarbeiter mit einer Abrissbirne beim Kopenhagener Jugendzentrum angerückt: Die Polizei hat das Gelände abgesperrt, die Arbeiter haben zum Schutz vor Krawallmachern ihre Gesichter vermummt.

Kopenhagen - Seit heute morgen wird das vierstöckige Gebäude abgerissen. Wütende junge Aktivisten beschimpften dabei die Polizisten, berichtet die dänische Nachrichtenagentur Ritzau. Viele der Jugendlichen hätten geweint: "Sie brechen mir das Herz. Ich halte das nicht aus", sagte eine junge Frau.

Abriss des Jugendzentrums in Kopenhagen: Jugendliche schimpfen und weinen
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REUTERS/ Scanpix

Abriss des Jugendzentrums in Kopenhagen: Jugendliche schimpfen und weinen

Das Jugendzentrum "Ungdomshuset" ("Jugendhaus") im Arbeiterviertel Nörrebro diente linksgesinnten Aktivisten seit 1982 als Treffpunkt - mit Genehmigung der Behörden. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt das Gebäude an eine Christensekte verkauft, die im August einen Räumungsbefehl erwirkte. Seitdem hielten die alten Nutzer das Gebäude besetzt.

Am Donnerstag räumte die Polizei das Kopenhagener Autonomen-Zentrum. Danach lieferten sich Sympathisanten der Anarchistenszene drei Nächte lang Straßenschlachten mit der Polizei. Bei den Ausschreitungen wurden 20 Menschen verletzt. Die Polizei nahm rund 650 Personen fest, darunter auch 25 Aktivisten aus Deutschland.

Am Donnerstagabend war es in Hamburg und Hannover zu spontanen Sympathiekundgebungen der autonomen Szene gekommen. Demonstrationen aus Solidarität mit den dänischen Hausbesetzern hat es unter anderem auch in Braunschweig, Göttingen, Flensburg, Karlsruhe, Mainz und Frankfurt am Main gegeben. Am Freitag besetzten Autonome in Kopenhagen die Parteizentrale der Sozialdemokraten - mit der Begründung, die Partei von Oberbürgermeisterin Ritt Bjerregaard habe die Zwangsräumung des Jugendzentrums zu verantworten.

Die Lage in der dänischen Hauptstadt hat sich derweil weiter entspannt. In der vergangenen Nacht blieb es in Kopenhagen nach Polizeiangaben ruhig. Sprecher der Autonomengruppen kündigten jedoch neue Protestaktionen gegen die Massenfestnahmen an.

fba/AFP/AP/dpa

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