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25.03.2007
 

Iran

Gefangenen Briten droht Spionage-Prozess

Die in Iran festgehaltenen 15 Briten müssen mit einer längeren Gefangenschaft rechnen: Laut der britischen "Times" gibt es Hinweise aus dem Umfeld Präsident Ahmadinedschads, dass sie sich als Spione verantworten müssen. Möglicherweise sollen mit ihnen fünf Iraner aus US-Haft freigepresst werden.

London - Der Bericht der Londoner "Times" beruft sich auf eine Website, die von Verbündeten des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad betrieben werde. Dort sei den Marineangehörigen der Prozess wegen Spionage und "schwere Strafen" angedroht worden, berichtet das Blatt heute. "Wenn nachgewiesen wird, dass sie absichtlich auf iranisches Territorium vorgedrungen sind, werden sie wegen Spionage angeklagt." Weiter heißt es, sie müssten dann gemäß dem iranischen Gesetz mit sehr strengen Strafen rechnen. Auf der Website werde darauf verwiesen, dass "Spionage nach iranischem Recht eines der schwersten Verbrechen ist", schreibt die Zeitung. Darauf stehe in Iran die Todesstrafe.

HMS-Cornwall: Die 15 in einem Schlauchboot festgenommen Briten gehörten zur Besatzung des Schiffes
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AP

HMS-Cornwall: Die 15 in einem Schlauchboot festgenommen Briten gehörten zur Besatzung des Schiffes

Zuvor hatten iranische Behörden den acht Matrosen und sieben Marinesoldaten, unter ihnen eine Frau, offiziell "aggressive Akte" gegen Iran vorgeworfen. Die britische Seite beharrt jedoch darauf, dass die Marineangehörigen in irakischem Gewässer gewesen seien, als sie festgenommen wurden.

Die 15 Marineangehörigen waren am Freitag vor der Südküste des Irak von Mitgliedern der iranischen Revolutionären Garden gefangen genommen worden. In Teheran heißt es, die Briten seien in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen. Die britische Regierung erklärte, die Festnahme sei eindeutig in irakischen Hoheitsgewässern erfolgt. Die Briten seien von den Iranern gezwungen worden, ihnen mit ihren zwei Patrouillenbooten zu einem iranischen Hafen zu folgen.

Großbritannien hat inzwischen bei den iranischen Behörden Zugang zu den Marinesoldaten beantragt. Der britische Botschafter Geoffrey Adams habe im iranischen Außenministerium zudem erneut die Freilassung seiner Landsleute gefordert, sagte ein britischer Diplomat in Teheran. "Wir haben um Details gebeten, wo sie festgehalten werden, sowie um direkten Zugang zu ihnen." Bisher sei der britischen Seite nicht berichtet worden, wo die Festgenommenen festgehalten würden. Das iranische Außenministerium habe zugesagt, die Anfrage zu prüfen. Im iranischen Staats-TV heißt es nun, der britische Gesandte sei ins Außenministerium einbestellt worden.

Spionagevorwürfe hatten iranische Stellen bereits im Juni 2004 in einem ähnlichen Fall gegen acht britische Marineangehörige erhoben. Diese wurden mit verbundenen Augen im Fernsehen vorgeführt - aber nach vier Tagen ohne Anklage freigelassen.

Nach Angaben der "Sunday Times" gibt es jetzt aber Hinweise darauf, dass Iran die 15 Briten gefangen hält, um dadurch die Freilassung von fünf Mitgliedern der Revolutionären Garden durch die USA zu erpressen. Sie waren vor mehreren Wochen von US-Streitkräften im Irak festgenommen worden. Iranische Studentengruppen hätten gestern entsprechende Vorschläge gemacht. Zudem zitiert das Blatt aus einer in London erscheinenden saudischen Zeitung, die sich wiederum auf eine Quelle im iranischen Militär beruft. Dort heißt es, ein solcher Handel sei genau das Ziel der Aktion gewesen.

Zudem, so heißt es weiter, habe der oberste Religionsführer Irans, Ajatollah Chamenei, vergangene Woche entsprechende Parolen ausgegeben. Wenn nötig werde Iran auch illegale Maßnahmen ergreifen, um sein Atomprogramm weiter zu entwickeln.

Der Uno-Sicherheitsrat hat in der vergangenen Nacht eine Ausweitung der Sanktionen gegen Iran beschlossen. Sie sollen gelten bis Iran seine Urananreicherung aussetzt oder ein internationales Abkommen getroffen worden ist. Die Islamische Republik machte allerdings bereits deutlich, dass sie nicht an ein Einlenken denke. ler/dpa/Reuters

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