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26.03.2007
 

Verschleppte Seeleute

Iran will Großbritannien Zugang zu Soldaten gewähren - nach Ermittlungen

Nur spärlich gibt Iran Informationen über das Schicksal der verschleppten britischen Seeleute frei: Den Gefangenen gehe es gut, heißt es. Gleichzeitig beteuert Teheran, die Briten sollten nicht eingesetzt werden, um Revolutionsgardisten aus US-Gefangenschaft freizupressen.

London/Teheran - In Großbritannien wächst die Sorge um die 15 Marinesoldaten, die vergangene Woche von Iran verschleppt wurden. Bei einem Treffen mit dem britischen Botschafter Geoffrey Adams hätten Vertreter des iranischen Außenministeriums zwar versichert, dass die Soldaten "fit und gesund" seien, wie das britische Außenministerium in London heute mitteilte. Angaben zum Aufenthaltsort der Seeleute hätten die Offiziellen jedoch nicht gemacht. Auch habe das Ministerium britischen Forderungen nach einem sofortigen Zugang eine Absage erteilt.

Britische Soldaten in irakischen Gewässern (Archivbild): Zugang erst nach Ermittlungen
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AP

Britische Soldaten in irakischen Gewässern (Archivbild): Zugang erst nach Ermittlungen

Einem Bericht des staatlichen iranischen Fernsehsenders IRIB zufolge sagte der iranische Außenminister Manutschehr Mottaki seiner britischen Amtskollegin Margaret Beckett in einem Telefongespräch lediglich zu, die Diplomaten dürften die Soldaten "nach Abschluss der Ermittlungen" sehen. Wann das jedoch der Fall sein könnte, darüber schwieg sich Mottaki offensichtlich aus.

Mottaki habe der britischen Außenministerin gesagt, die Briten würden an einem geheimen Ort festgehalten, hieß es in dem Bericht weiter. Zugleich habe er Spekulationen zurückgewiesen, dass Iran die Briten gegen fünf Mitglieder der Revolutionären Garden austauschen wolle, die US-Soldaten im Irak im Januar in der Stadt Erbil festgenommen haben.

Mottakis Stellverteter Mehzi Mostafawi hatte zuvor noch einmal die iranische Sichtweise bekräftigt, nach der die britischen Soldaten in iranischen Hoheitsgewässern festgesetzt worden seien. Dafür gebe es "ausreichend Beweise", zitierte das Staatsfernsehen Mostafawi. Die britische Regierung sei für die Taten der Soldaten verantwortlich, ergänzte der Vize-Außenminister.

Irak fordert sofortige Freilassung

Wie schon die britische Regierung widersprach heute auch Irans Nachbar Irak dieser Darstellung. Die Briten seien in irakischen Gewässern gestoppt worden, erklärte das irakische Außenministerium. Der irakische Außenminister Hoschjar Sebari habe gestern Abend seinen iranischen Kollegen angerufen und ihn persönlich zur Freilassung der britischen Soldaten und Matrosen aufgefordert.

Das britische Schiff patrouillierte am Freitag auf der Wasserstraße Schatt al-Arab, die die südliche Grenze zwischen Iran und dem Irak bildet. Der Grenzverlauf ist zwischen den beiden Staaten umstritten.

Am Wochenende hatte der britische Premierminister Tony Blair die Situation als "sehr ernst" bezeichnet. Er wolle die Angelegenheit so diplomatisch wie möglich gelöst sehen, sagte der britische Regierungschef am Rande des EU-Jubiläumsgipfels in Berlin. Er hoffe, die Iraner "verstehen, wie wichtig dieses Thema für die britische Regierung ist".

phw/AP/reuters/dpa

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