Paris - Er sei überrascht, dass er in Umfragen regelmäßig nur bei 0,5 bis zwei Prozent der Wahlabsichten lande, beschwerte sich der nationalistische Präsidentschaftskandidat Philippe de Villiers. Die führenden Kandidaten hätten "Umfragen mit für sie günstiger Ausrichtung gekauft", sagte der Chef der Bewegung für Frankreich (MPF). Er kündigte an, den für die Wahlüberprüfung zuständigen Verfassungsrat anzurufen. De Villiers hatte bei der Präsidentschaftswahl 1995 gut 4,7 Prozent errungen; 2002 war der Rechtspopulist nicht angetreten.
Angreifbar sind die Institute vor allem geworden, weil ihnen die Einschätzung des Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen große Probleme bereitet, der es 2002 entgegen allen Vorhersagen in die Stichwahl geschafft hatte. In den letzten Erhebungen der Institute BVA und Ipsos wird er bei 13 Prozent gesehen. Dies entspricht aber nicht den tatsächlichen Angaben aus den Umfragen, weil Wähler des Rechtsextremen sich traditionell ungern zu ihren Absichten äußern.
Die Institute erhöhen deshalb seinen Wert deutlich, im Gegenzug werden bei anderen Kandidaten Punkte abgezogen. Wie genau die Umfragen dabei verzerrt werden, ist geheim.
als/AFP
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