Paris - Der französische Milliardär Vincent Bolloré hat von einer ganzen Reihe von Regierungsaufträgen profitiert. Seine Unternehmen bekamen nicht nur einen Millionenauftrag aus dem Verteidigungsministerium, sondern wurden auch durch das Außen- und Innenministerium mit Bestellungen bedacht. Das berichten die Nachrichtenagentur AFP und die Webseite der französischen Tageszeitung "Figaro".
Bolloré hatte dem früheren Innenminister Sarkozy nach dessen Wahlsieg am Sonntag einen Privatjet und eine Yacht für einen Kurzurlaub vor Malta zur Verfügung gestellt. Die Opposition hatte dies wegen drohender Interessenskonflikte kritisiert.
Laut "Journal officiel" bekam das Bolloré-Unternehmen SDV im Jahr 2005 einen 36 Millionen Euro schweren Zwei-Jahres-Vertrag des Verteidigungsministeriums für die Beförderung von Luftfracht. Vom Außenministerium erhielt SDV im August 2006 einen ebenfalls über zwei Jahre laufenden Großauftrag für die Beförderung von Diplomatengepäck - dessen Wert wird mit 1,4 Millionen bis 5,6 Millionen Euro angegeben.
Das Innenministerium - bis März von Sarkozy geleitet - erteilte Bolloré noch im Januar einen Zuschlag für den Ausbau eines Polizei-Kommissariats in Grenoble im Wert von 342.329 Euro. Weitere Eintragungen im Staatsanzeiger zeigen auch Heizöl-Lieferungen von Bolloré an öffentliche Stellen.
Bolloré ist zudem an der TV-Produktionsgesellschaft SFP beteiligt. Das Unternehmen erwirtschaftet nach eigenen Angaben ein Viertel seiner Umsätze mit öffentlich-rechtlichen Sendern.
"Lächerliche Vorwürfe"
Aus dem Umfeld der Bolloré-Gruppe werden die Vorwürfe als lächerlich abgetan. "Die benannten Verträge belaufen sich auf weniger als 50 Millionen Euro - bei einem Umsatz von sechs Milliarden Euro", zitiert die Webseite der französischen Tageszeitung "Figaro" aus der Firmenführung. "Bolloré ist eine Unternehmensgruppe, die 99,2 Prozent ihres Umsatzes mit der Privatwirtschaft macht", heißt es dort weiter. Selbst wenn es einige kleine Verträge gebe: Die Unternehmensgruppe beharrt dem Bericht zufolge auf der Tatsache, dass nur sehr wenige andere große französische Unternehmen so geringe geschäftliche Verbindungen zur Regierung haben.
Sarkozy und Bolloré hatten nach der in Frankreich aufgeflammten Kritik am Luxus-Kurzurlaub des designierten Präsidenten bestritten, dass der Unternehmer jemals Staatsaufträge bekommen habe. Der Milliardär hatte am Mittwoch erklärt, sein börsennotiertes Unternehmen habe "niemals irgendeine Geschäftsbeziehung mit dem französischen Staat gehabt". Sarkozy hatte am selben Tag Bolloré als "großen französischen Industriellen" gelobt, der "niemals mit dem Staat zusammengearbeitet" habe.
ler/AFP
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Ihr Beispiel stimmt für normale Arbeitnehmer/Rentner nicht ganz: Also Vorsicht mit dem Auswandern. In beiden Ländern liegt ja das normale Renteneintrittsalter bei 65 Jahren (100% Rente, ohne weiere Bedingungen und Abzüge [...] mehr...
Da haben Sie völlig recht. Die große Hungerkatastrophe von 2008 in Deuschland hat der Kapitalismus gnadenlos ignoriert. Nicht einmal die Medien haben darüber berichtet! Dabei hat es da vor allem arbeitslose Kinder getroffen. mehr...
Tja, liebe Franzosen, auch hier erfüllt sich das Dichterwort: „Des Feindes Gab ist keine dir und fördert nicht.“ – und so verhält es sich auch mit dem despotisch-bürokratischen Moloch, dessen Aufrichtung der englische Hausmeier [...] mehr...
z.B. 210 mio euros fuer Tapie weil er aufgerufen hatte Sarkozy zu waehlen, Steuererleichterungen und Subventionen ohne Ende, oft widerspruechlich, eine Wirtschaftspolitik die Millionen von Arbeitslosen produziert, die nicht [...] mehr...
Diejenigen, die sich die letzten Jahre die Taschen bis zum Bersten vollgestopft haben? mehr...
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