Gaza - Ein Gebäude der Hamas und mehrere angrenzende Häuser wurden bei dem ersten Luftangriff von einer heftigen Explosion zerstört. Einige Menschen wurden in dem Geröll verschüttet. Anwohner liefen in Panik auf die Straße. Nach Angaben der Hamas handelte es sich bei dem Ziel um ein Verwaltungsgebäude der Organisation. Danach flog die israelische Luftwaffe noch zwei weitere Angriffe im Gazastreifen. Mindestens zwei Palästinenser wurden getötet, weitere 40 Menschen verletzt, teilten Rettungskräfte mit.
Zuvor hatten Palästinenser wiederhholt Raketensalven in israelische Siedlungen gefeuert, mindestens zwei Menschen wurden verletzt. "Es ist genug", sagte eine Sperecherin von Premier Ehud Olmert. "Israel wird Verteidigungsmaßnahmen ergreifen, um unsere Bürger vor diesen Hamas-Raketen zu schützen." Israel hatte schon gestern als Reaktion auf den Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen zwei Luftangriffe auf das Gebiet geflogen und mindestens fünf Palästinenser getötet.
Der bewaffnete Flügel der Hamas kündigte sofort nach dem Angriff heute Mittag Vergeltung an. "Dies ist ein offener Krieg gegen Hamas. Alle Optionen liegen jetzt auf dem Tisch - auch Märtyreroperationen", sagte Sprecher Abu Ubaida.
Ein israelischer Mililtärsprecher bestätigte außerdem, dass eine "kleine Einsatztruppe" mit Panzern auf palästinensischem Gebiet sei, allerdings nicht sehr weit von der Grenze entfernt. Es handele sich um einen "Routineeinsatz", es seien keine Angriffe geplant. Aus israelischen Militärkreisen verlautete allerdings, die Panzer sollten gegen militante Palästinenser eingesetzt werden, die Israel mit Raketen beschießen.
In der vergangenen Woche hatte sich der innerpalästinensische Konflikt zwischen der radikal-islamischen Hamas und der moderaten Fatah zugespitzt - es sind die schwersten Auseinandersetzungen seit langem, sie drohen in einen Bürgerkrieg auszuarten. Mindestens 48 Menschen wurden nach offiziellen Angaben bis heute Mittag getötet, 16 alleine am Mittwoch.
Ein Sprecher der Hamas-Polizeimiliz teilte mit, in Rafah seien zwei Hamas-Mitglieder während eines Trauerzugs erschossen worden. Mitglieder der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hätten während eines Begräbnisses von Hamas-Mitgliedern das Feuer eröffnet. Hamas beschuldigte Fatah zudem, einen entführten Hamas-Milizionär in einem Polizeihauptquartier in Gaza getötet zu haben.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von der Fatah sagte wegen der Gewalteskalation eine Reise in den Gaza-Streifen ab. Er wolle warten, bis sich die Lage beruhigt habe, sagte ein Sprecher. Abbas wollte mit Ministerpräsident Ismail Hanija von der Hamas nach Wegen zur Beendigung der Kämpfe suchen.
sam/dpa/AP/AFP
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