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17.05.2007
 

Nahost-Krise

Hamas soll Attentat auf Abbas versucht haben

Palästinenser-Präsident Abbas ist nach Berichten seiner Sicherheitskräfte nur um ein Haar dem Tod entkommen. Die radikal-islamische Hamas habe ein Attentat vorbereitet: Der Konvoi des Politikers sollte bei einer Reise in den Gazastreifen über einen Bombentunnel fahren.

Ramallah - Die palästinensischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben einen Mordanschlag auf Präsident Mahmud Abbas vereitelt. Abbas habe am Donnerstag einen Besuch in Gaza abgesagt, weil ein mit Sprengstoff gefüllter Tunnel gefunden worden sei, teilten die Sicherheitskräfte am Abend der Nachrichtenagentur AFP mit. Der Sprengstoff habe beim Vorbeifahren des Präsidentenkonvois gezündet werden sollen.

Palästinenser-Präsident Abbas (am Mitttwoch): Reise nach Gaza wegen des vereitelten Anschlags abgesagt
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AP

Palästinenser-Präsident Abbas (am Mitttwoch): Reise nach Gaza wegen des vereitelten Anschlags abgesagt

Die Sicherheitskräfte machten die radikalislamische Hamas für den Attentatsversuch verantwortlich. Der Tunnel befand sich nach ihren Angaben unter der Straße von Salaheddin, die durch den Gazastreifen verläuft. Der Sprengstoff sei von den Essedin-el-Kassam-Brigaden dort platziert worden. Im Büro des Präsidenten wurden die Angaben der Sicherheitskräfte bestätigt.

In den vergangenen Stunden war die Lage im Gaza-Streifen eskaliert. Israel bombardierte den Gaza-Stadt mehrfach aus der Luft. Ein Gebäude der Hamas und mehrere angrenzende Häuser wurden Luftangriffen zerstört. Mindestens zwei Palästinenser wurden getötet, weitere 40 Menschen verletzt. Zuvor hatten Palästinenser wiederholt Raketensalven in israelische Siedlungen gefeuert, mindestens zwei Menschen wurden verletzt. "Es ist genug", sagte eine Sperecherin von Premier Ehud Olmert. "Israel wird Verteidigungsmaßnahmen ergreifen, um unsere Bürger vor diesen Hamas-Raketen zu schützen."

Israel hatte schon gestern als Reaktion auf den Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen zwei Luftangriffe auf das Gebiet geflogen und mindestens fünf Palästinenser getötet. Der bewaffnete Flügel der Hamas kündigte sofort nach dem Angriff heute Mittag Vergeltung an. "Dies ist ein offener Krieg gegen Hamas. Alle Optionen liegen jetzt auf dem Tisch - auch Märtyreroperationen", sagte Sprecher Abu Ubaida.

Ein israelischer Mililtärsprecher bestätigte außerdem, dass eine "kleine Einsatztruppe" mit Panzern auf palästinensischem Gebiet sei, allerdings nicht sehr weit von der Grenze entfernt. Es handele sich um einen "Routineeinsatz", es seien keine Angriffe geplant. Aus israelischen Militärkreisen verlautete allerdings, die Panzer sollten gegen militante Palästinenser eingesetzt werden, die Israel mit Raketen beschießen.

In der vergangenen Woche hatte sich der innerpalästinensische Konflikt zwischen der Hamas und Abbas' Fatah zugespitzt - es sind die schwersten Auseinandersetzungen seit langem, sie drohen in einen Bürgerkrieg auszuarten. Mindestens 48 Menschen wurden nach offiziellen Angaben bis heute Mittag getötet, 16 alleine am Mittwoch.

Ein Sprecher der Hamas-Polizeimiliz teilte mit, in Rafah seien zwei Hamas-Mitglieder während eines Trauerzugs erschossen worden. Mitglieder der Fatah hätten während eines Begräbnisses von Hamas-Mitgliedern das Feuer eröffnet. Hamas beschuldigte die Fatah außerdem, einen entführten Hamas-Milizionär in einem Polizeihauptquartier in Gaza getötet zu haben.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von der Fatah sagte wegen der Gewalteskalation eine Reise in den Gaza-Streifen ab. Er wolle warten, bis sich die Lage beruhigt habe, sagte ein Sprecher. Abbas wollte mit Ministerpräsident Ismail Hanija von der Hamas nach Wegen zur Beendigung der Kämpfe suchen.

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