Hamburg - Bei zwei israelischen Luftangriffen sind heute Morgen nach palästinensischen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Bereits gestern waren bei mehreren Luftangriffen auf mutmaßliche Stellungen militanter Hamas-Mitglieder sechs Palästinenser getötet worden. Israel reagiert damit nach eigener Darstellung auf den Beschuss seiner Grenzstädte und -siedlungen mit Raketen der Hamas.
Ministerpräsident Ehud Olmert besuchte gestern Abend die südisraelische Stadt Sderot. "Ich will in dieser Krise so vorgehen, dass die Gefahr so weit wie möglich beseitigt wird", sagte Olmert. Während seines Besuchs wurde Raketenalarm gegeben. Ein Mitarbeiter in seiner Begleitung sagte, er wisse nicht, ob eine Rakete in Sderot eingeschlagen sei.
Einige israelische Panzer und Soldaten stießen über die Grenze vor. Die israelische Regierung betonte, es handele sich um punktuelle Schläge, um erneute Raketenangriffe von radikalislamischen Hamas-Kämpfern zu verhindern.
Den Kämpfen zwischen Anhängern der Fatah und der Hamas fielen allein am Mittwoch 22 Menschen zum Opfer. Seit Beginn der Kämpfe vor einiger Woche sind es bereits über 45. Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe beruhigte sich die Lage gestern zunächst etwas. Bewohner der Stadt Gaza nutzten dies zu Einkäufen. Am Mittag aber flammten neue Schießereien auf, bei denen mindestens fünf Menschen ums Leben kamen.
US-Präsident George W. Bush zeigte sich besorgt über die eskalierende Gewalt. Die Konfliktparteien rief er zur Zusammenarbeit auf, um Frieden zu erreichen. Er verstehe die Angst der Israelis vor den Raketenangriffen, sagte er nach einem Treffen mit den scheidenden britischen Premierminister Tony Blair. Jetzt komme es darauf an, dass alle Seiten an der Zwei-Staaten-Lösung für den Nahen Osten arbeiteten. Er habe Außenministerin Condoleezza Rice angewiesen, sich in diesen Prozess einzuschalten.
Der militärische Flügel der Hamas kündigte Vergeltung für einen Angriff auf sein Verwaltungsgebäude an. In einer an Journalisten geschickten SMS sprach Hamas-Funktionär Abu Obeida von einem offenen Krieg Israels gegen seine Organisation. Daher seien Vergeltungsmaßnahmen bis hin zu Selbstmordanschlägen möglich.
flo/AP/Reuters
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