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20.05.2007
 

Luftangriffe in Gaza

Israel droht Hamas mit schwerer Vergeltung

Verbale Attacke gegen die Autonomiebehörde: Israels Ministerpräsident Olmert hat den Palästinensern gedroht, die Militäreinsätze im Gazastreifen auszuweiten. Die Armee flog heute erneut Luftangriffe.

Gaza/Jerusalem - Sollten die bisherigen diplomatischen und militärischen Bemühungen zu keinem Ergebnis führen, müsse Israel seine Reaktion verstärken, sagte Ehud Olmert zu Beginn einer Kabinettssitzung. Verteidigungsminister Amir Perez schloss auch gezielte Angriffe gegen führende Hamas-Mitglieder nicht aus. Das südliche Israel wird seit Tagen aus dem Gazastreifen heraus mit Raketen beschossen.

Israels Ministerpräsident Olmert: Innenpolitisch unter Druck
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AP

Israels Ministerpräsident Olmert: Innenpolitisch unter Druck

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen wurden heute drei Menschen getötet, darunter mindestens ein Hamas-Kämpfer. Eine israelische Rakete traf ein Fahrzeug, in dem offenbar Waffen transportiert wurden. Zudem wurden nach israelischen Angaben auch Waffenfabriken der militanten Palästinenser zerstört.

Seit Dienstag hat Israel nach Militärangaben 21 Luftangriffe im Gazastreifen geflogen, dabei wurden mindestens 27 Palästinenser getötet. Im gleichen Zeitraum feuerten Palästinenser mehr als 120 Raketen auf Israel, drei davon heute am frühen Morgen.

Olmert steht innenpolitisch unter Druck, den Raketenbeschuss auf Ziele im Süden Israels zu beenden, ohne das Land in einen neuen schweren Konflikt mit den Palästinensern zu stürzen. Zuletzt stand er wegen der Fehlschläge während des Libanonkriegs vom Sommer vorigen Jahres massiv in der Kritik.

Perez hatte bereits gestern eine Fortsetzung der Offensive gegen die Hamas angekündigt. "Die Palästinenser müssen erkennen, dass die Hamas sie ins Desaster führt, in ein echtes Desaster", sagte er in einem Rundfunkinterview. Für eine groß angelegte Bodenoffensive in Gaza sei die Zeit aber nicht reif. Israel hatte eine nicht genannte Zahl von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Soldaten im Gazastreifen stationiert und damit bei den Palästinensern Angst vor einer Großoffensive ausgelöst.

Innerpalästinensische Kämpfe

Unterdessen verständigten sich die rivalisierenden palästinensischen Organisationen Hamas und Fatah nach einer Woche blutiger Kämpfe untereinander auf einen neuen Waffenstillstand. Unterhändler vereinbarten gestern bei einem Treffen in der ägyptischen Botschaft in Gaza den Rückzug ihrer Kämpfer und einen Austausch von Geiseln. Die jüngsten Gefechte haben mindestens 53 Menschen das Leben gekostet.

In der vergangenen Woche hatten Hamas und Fatah bereits vier Mal eine Waffenruhe vereinbart, diese wurde aber jedes Mal rasch wieder gebrochen. Das jetzige Abkommen werde wegen der israelischen Angriffe im Gazastreifen vermutlich halten, sagte Hamas-Sprecher Fausi Barhum. "Niemand würde Kämpfe gegeneinander akzeptieren, während die Israelis Gaza beschießen", erklärte Barhum.

Unmittelbar nach der Vereinbarung kam es allerdings vor dem Haus eines ranghohen Fatah-Vertreters in Gaza zu Schießereien, nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden mehrere Menschen verletzt. Auch in der Nähe der Islamischen Universität in Gaza kam es zu Gefechten, dabei erlitten zwei Fatah-Kämpfer Verletzungen.

wal/AP/Reuters

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