London - Andrej Lugowoi war schon frühzeitig ins Visier der britischen Fahnder geraten. Er gehörte zu den letzten Menschen, die vor seiner Erkrankung Kontakt mit dem vergifteten Ex-Spion Alexander Litwinenko hatten. "Die Beweise, die die Polizei uns weitergeleitet hat, sind ausreichend, um Andrej Lugowoi wegen des Gift-Mordes an Herrn Litwinenko anzuklagen", sagte der Vorsitzende der Staatsanwaltschaft, Ken Macdonald, heute in London. Deshalb solle nun die Auslieferung des früheren KGB-Agenten von Russland nach Großbritannien beantragt werden. Die russischen Behörden hatten bereits angekündigt, sie würden eine Auslieferung ablehnen.
Der Geschäftsmann hat bislang jede Verantwortung für den Tod Litwinenkos bestritten.
Schon im Januar hatte es in britischen Zeitungsberichten geheißen, die Staatsanwaltschaft wolle eine Auslieferung Lugowois bei den russischen Behörden beantragen. Damals zeigte er sich unbeeindruckt. "Sie können in Ihrem Artikel schreiben, dass Lugowoi wirklich gelacht hat, als er im 'Guardian' den Artikel über seine Auslieferung gelesen hat", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Ria-Nowosti.
Am Wochenende war in Medienberichten spekuliert worden, dass Minister in Großbritannien die juristische Verfolgung von Lugowoi und dem anderen Verdächtigen, Dimitri Kowtun, verhindern wollten. Die Sonntagszeitung "News of the World" hatte berichtet, dass Außenministerin Margaret Beckett gegen eine Anklage der beiden russischen Ex-Agenten argumentiert habe. Sowohl das britische Außenministerium als auch die Staatsanwaltschaft hatte den Bericht dementiert.
Litwinenko hatte beide Männer in einem Hotel an dem Tag getroffen, als er vergiftet wurde. Die drei hatten gemeinsam Tee getrunken. Litwinenko war im vergangenen November in einem Londoner Krankenhaus gestorben, nachdem er mit Polonium 210 vergiftet wurde. Die Polizei geht davon aus, dass sich die radioaktive Substanz in dem Tee befand. Der 43-jährige Litwinenko war ein entschiedener Kritiker der Putin-Regierung.
ler/dpa/AFP
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