Rom - Wegen der Verschleppung des aus Ägypten stammenden Terrorverdächtigen Osama Mustafa Hassan Nasr, alias Abu Omar, Anfang 2003 sind in Abwesenheit 25 Agenten des US-Geheimdienstes CIA sowie ein weiterer Amerikaner angeklagt.
Weitere sieben Italiener müsen sich wegen der Entführung Omars vor Gericht verantworten, darunter der frühere Chef des Militärgeheimdienstes, Nicolo Pollari. Das italienische Verfassungsgericht wird vermutlich einen Antrag der Regierung und einen weiteren Einspruch gegen das Verfahren im Herbst prüfen. Es wurde daher erwartet, dass die Verteidigung heute auf eine Vertagung des Prozesses bis zur Entscheidung der obersten Richter dringt.
Abu Omar wurde Anfang 2003 auf einer Straße in Mailand aufgegriffen und soll über den US-Fliegerhorst Ramstein nach Ägypten gebracht worden sein. Der Imam gab an, während der Gefangenschaft schwer gefoltert worden zu sein. Nach Auffassung der Mailänder Staatsanwaltschaft unterstützte der italienische Geheimdienst die Entführung durch die CIA. Die Anklage will Nasr in dem Prozess als einen von mehr als 120 Zeugen aussagen lassen.
Ebenfalls heute wird der Schweizer Sonderermittler des Europarats, Dirk Marty, seinen zweiten Bericht zu Entführungen durch die CIA und CIA-Geheimgefängnissen vorstellen. In dem Bericht, der SPIEGEL ONLINE vorliegt, spricht Marty zum ersten Mal davon, dass es Beweise für solche "Black Sites" in Polen und Rumänien gebe.
anr/AP/dpa/yas
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