Vatikan/Berlin - "Der Vatikan ist von allen guten demokratischen Geistern verlassen. Die katholische Kirche nimmt mit ihrem Boykottaufruf gegen Amnesty International billigend die Schwächung der weltweit größten Stimme für Menschenrechte in Kauf. Sie macht sich unfreiwillig zur Helfershelferin von vielen Menschenrechtsverletztern, denen Amnesty International schon immer ein Dorn im Auge war", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth SPIEGEL ONLINE.
Der Vatikan hatte zum Boykott von Amnesty International aufgerufen, weil die Menschenrechtsorganisation ihre Haltung zur Abtreibung geändert hat.
Die Menschenrechtsgruppe habe ihre Aufgabe verraten, sagte Kurienkardinal Renato Martino. Daher müssten Individuen und katholische Organisationen ihre Unterstützung von Amnesty International einstellen. AI wies die Vorwürfe aus dem Vatikan zurück.
Die Menschenrechtsorganisation hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, Frauen Zugang zur Abtreibung zu erlauben, sollten ihre Gesundheit oder ihre Menschenrechte bedroht sein. Als Reaktion auf die Vatikan-Äußerung betonte die stellvertretende Amnesty-Generalsekretärin Kate Gilmore in einem Interview, die Organisation habe sich nicht für Abtreibung als universelles Recht stark gemacht.
Allerdings müssten sich Frauen im Falle von Vergewaltigung oder Inzest für diese Lösung entscheiden dürfen. Die Katholische Kirche gefährde durch ihre falsche Darstellung die Arbeit von AI, sagte Gilmore weiter.
asc/Reuters
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