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17.06.2007
 

Nahost

Raketen aus Libanon treffen Norden Israels

Die nordisraelische Stadt Kirjat Schmona ist am Sonntag vom Libanon aus mit Raketen angegriffen worden. Nach Angaben der israelischen Polizei gab es keine Verletzten. Es handelt sich um den ersten Raketenangriff seit dem Ende des Libanon-Kriegs im Sommer 2006.

Jerusalem - Hinter dem Angriff würden militante Palästinenser stecken, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Bezugnahme auf Sicherheitskreise im Libanon. Es würde sich um Katjuscha-Raketen handeln, meldet die Agentur weiter. Ein Kommentator im israelischen Fernsehen vermutete, dass eine palästinensische Splittergruppe im Libanon für den Angriff verantwortlich sein könnte. Die radikalislamische Hisbollah hat eine Beteiligung an dem Raketenangriff inzwischen dementiert.

Getroffenes Auto in Kirjat Schmona: "Gott möge uns helfen"
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REUTERS

Getroffenes Auto in Kirjat Schmona: "Gott möge uns helfen"

Unklar ist bislang, wie viele Raketen abgefeuert wurden. Israels Polizei und Armee meldeten den Einschuss von zwei Raketen in der nordisraelischen Stadt Kirjat Schmona. Der libanesische Fernsehsender LBC berichtete hingegen von drei Raketen, die angeblich in dem libanesischen Dorf Taibeh gestartet wurden. Bislang liege weder eine Stellungnahme der libanesischen Armee noch der Hisbollah vor, hieß es weiter.

Bei dem Raketenangriff wurde glücklicherweise niemand verletzt. Israelische Sicherheitskräfte teilten mit, es habe Sachschäden gegeben. Nach dem Bericht des Fernsehsenders Channel 2 sollen ein Fabrikgelände und ein Auto getroffen worden sein. Der Bürgermeister von Kirjat Schmona, Haim Barbivai, forderte in einem Interview mit Channel 2 eine entschlossene Antwort sowohl von der israelischen als auch von der libanesischen Regierung.

Israel dementiert Artilleriefeuer

Die Bewohner Kirjat Schmonas leben seit Jahrzehnten in ständiger Angst vor Angriffen aus dem Libanon. Die Stadt wurde wiederholt mit Artillerie und Katjuscha-Raketen aus dem Libanon beschossen. Barbivai sagte weiter: "Gott möge uns helfen, wenn wir noch so einen Sommer erleben müssen wie den vergangenen. Das wäre eine Tragödie."

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben nicht mit Artilleriefeuer auf den Raketenbeschuss aus dem Libanon reagiert. Es habe lediglich Platzpatronen-Schüsse zur Ausrichtung der Artilleriegeschütze in Israel gegeben, sagte eine Armeesprecherin der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Sie widersprach damit libanesischen Angaben. Libanesische Sicherheitsvertreter hatten zuvor mitgeteilt, dass israelische Artillerie als Antwort auf die Angriffe mindestens fünf großkalibrige Geschosse in Richtung der Schebaa-Farmen im Südlibanon abgefeuert habe. Im Prinzip steht die Gegend, aus der die Raketen abgefeuert wurden, unter der Kontrolle der libanesischen Armee und internationalen Truppen der Vereinten Nationen (Unifil).

Protest gegen Raketen-Angriffe (Wachposten nahe des Gaza-Streifens): Israel wird nicht nur aus dem Gaza-Streifen, sondern nun auch wieder vom Libanon aus mit Raketen beschossen
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AP

Protest gegen Raketen-Angriffe (Wachposten nahe des Gaza-Streifens): Israel wird nicht nur aus dem Gaza-Streifen, sondern nun auch wieder vom Libanon aus mit Raketen beschossen

Es war der erste Raketenangriff aus dem Libanon seit dem Ende des Libanon-Krieges im vergangenen Sommer. Damals griff die schiitische Hisbollah-Miliz Israel mit fast 4.000 Raketen an. Die israelische Armee war Mitte Juli vergangenen Jahres in den Libanon eingerückt, nachdem Kämpfer der Hisbollah-Miliz auf israelischem Gebiet mehrere israelische Soldaten getötet und zwei weitere entführt hatten. Während der 34 Tage dauernden Kämpfe vom 12. Juli bis zum 14. August wurden rund 1200 Libanesen und mehr als 160 Israelis getötet.

Der israelische Regierungschef Ehud Olmert traf am heutigen Sonntag in den USA ein, wo er in den kommenden Tagen mit Vertretern der USA und der Vereinten Nationen über die Lage im Nahen Osten beraten will. Noch am Sonntag sollte Olmert UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und jüdische Vertreter treffen. Für Dienstag ist ein Treffen mit US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus geplant.

hda/AP/Reuters/AFP

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