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04.07.2007
 

Kriegsverbrechen im Irak

US-Soldat droht die Todesstrafe

Zum ersten Mal könnte ein US-Soldat wegen eines Kriegsverbrechens im Irak zum Tode verurteilt werden: Die Staatsanwaltschaft wirft Steven Green vor, gemeinsam mit Kameraden ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt und ihre gesamte Familie ermordet zu haben.

Washington - "Sollte sich herausstellen, dass Steven Green schuldig ist, würde er zum Tode verurteilt werden". So heißt es in einer Mitteilung des zuständigen Staatsanwalts an das Gericht im US-Bundesstaat Kentucky. Es wäre die erste Todesstrafe für ein Verbrechen, das von einem Mitglied der US-Streitkräfte im Einsatz im Irak begangen wurde.

US-Soldat Green: Staatsanwalt verlangt Höchststrafe (Archivbild von 2006)
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AP/ Mecklenburg County Sheriff's Office

US-Soldat Green: Staatsanwalt verlangt Höchststrafe (Archivbild von 2006)

Green soll im März 2006 gemeinsam mit Kameraden eine Familie im irakischen Mahmudija überfallen haben. Dabei wurde ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt und ermordet sowie ihre gesamte Familie ausgelöscht. Neben Green waren vier weitere Soldaten in den Fall verwickelt. Drei seiner Kameraden hatten sich bereits schuldig bekannt und Strafen zwischen neun Monaten und 18 Jahren erhalten. Gegen den vierten Kameraden steht das Verfahren noch aus.

Einem Gerichtsdokument zufolge, aus dem die "Washington Post" zitiert, hatten Green und seine Kameraden das Verbrechen geplant. Das irakische Mädchen war ihnen demnach bei einer Straßenkontrolle aufgefallen. Nachdem sie sich betrunken hatten, legten die Soldatem ihre Uniformen ab, um nicht erkannt zu werden. Dann suchten sie das Haus auf, in dem das Mädchen lebte.

"Green kam zum Schlafzimmer und erzählte allen, 'ich habe sie eben umgebracht. Alle sind tot'", heißt es in dem Dokument. "Nach der Vergewaltigung sah der Soldat, wie Green das Mädchen zwei- bis dreimal in den Kopf schoss", so zitiert die Zeitung aus dem Dokument. Nach der Tat hätte der blutverschmierte Green seine Kameraden aufgefordert, Stillschweigen zu bewahren.

Justizminister Gonzales unterstützt Todesstrafen-Forderung

Wie die "Washington Post" berichtet, hat Justizminister Alberto Gonzales der Strafmaß-Forderung zugestimmt. Das Verbrechen sei "abscheulich, grausam und entartet" gewesen, zitiert die Zeitung Gonzales. "Wir sind enttäuscht, dass der Staatsanwalt versucht, einen Soldaten für ein angebliches Verbrechen in einer Kriegszone hinrichten zu lassen", sagte der "Post" zufolge Patrick Bouldin, ein Verteidiger von Green.

Ein Termin für den Zivilprozess gegen Green, der nach Angaben der übrigen Soldaten der Anführer bei der Tat gewesen sein soll, steht noch nicht fest. Die Tat löste in der irakischen Bevölkerung und weltweit Empörung aus.

Die fünf Männer gehörten allesamt der angesehenen 101. Luftlandedivision an. Mehrere Soldaten haben laut "New York Times" zu Protokoll gegeben, dass der 13-monatige Aufenthalt von Greens Einheit unter extremsten Bedingungen stattfand. Dutzende seiner Kameraden wurden getötet, rund die Hälfte der Männer des Bataillons baten deshalb um psychologische Hilfe.

Einer Recherche der Nachrichtenagentur AP zufolge war Green lange vor dem Vorfall von Psychiatern der US-Armee als Gefahr für irakische Zivilisten ausgemacht worden. Daraufhin sei er mit Medikamenten behandelt worden - bevor man ihn in einen besonders gefährlichen Abschnitt Bagdads schickte, das sogenannte Todes-Dreieck.

flo/Reuters/AFP/AP

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