Wien - Bei der Auswahl von Soldaten für Friedenseinsätze sollen die Vereinten Nationen nach Ansicht ihres Sonderberichterstatters für Folter, Manfred Nowak, strengere Kriterien anlegen. Soldaten aus Ländern, deren Streitkräfte der Folter oder anderen Missbrauchs verdächtigt würden, sollten nicht in Betracht gezogen werden, sagte Nowak dem österreichischen Nachrichtenmagazin "Profil" (Montagausgabe).
Angesichts der Teilnahme von Soldaten aus Ländern mit fragwürdigem Ruf bei der Einhaltung der Menschenrechte seien Bedenken über Qualität, Ausbildung und ethisches Verhalten der Uno-Truppen gewachsen, sagte Nowak. Die Uno müsse daher strengere Standards bei der Rekrutierung ihrer Blauhelme einführen.
Nowak verwies unter anderem auf Berichte über Folter in Nepal sowie auf Vorwürfe gegen marokkanische Soldaten, die Kinder in der Elfenbeinküste missbraucht haben sollen. Frühere Missbrauchsvorwürfe gegen Soldaten aus westlichen Ländern führte der Sonderberichterstatter nicht auf. Wegen sexueller Übergriffe wurden nach UN-Angaben in den vergangenen drei Jahren Ermittlungen gegen Hunderte UN-Soldaten eingeleitet, die im Kongo, in Kambodscha oder Haiti im Einsatz waren.
cai/ap
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