Washington/Tokio - In einer per Akklamation verabschiedeten Resolution forderten die Abgeordneten gestern die japanische Regierung zu einer "unmissverständlichen Entschuldigung" auf. Die nicht-bindende Resolution des Hauses stellt eine sehr seltene Rüge der USA für ihren engsten Verbündeten in Asien dar.
Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sprach von einer "starken Erklärung im Dienste der Menschenrechte". Mehr als 50 Jahre nach Kriegsende habe Tokio noch immer keine deutliche Entschuldigung für die sogenannten Trostfrauen geäußert. Dies sei um so enttäuschender, als Japan ein enger Verbündeter der USA sei.
Geschichtswissenschaftler gehen davon aus, dass vor und während des Weltkriegs mehr als 200.000 Frauen dazu gezwungen wurden, in Bordellen der japanischen Armee als Sexsklavinnen zu arbeiten. Die Frauen kamen vorwiegend aus Korea und China, aber auch aus Thailand, Vietnam, Malaysia, Indonesien und den Philippinen. Die meisten Schadenersatz-Klagen von Opfern gegen Japan wurden bislang abgelehnt.
Japanische Regierung widerspricht
Die Resolution stieß in Japan auf Widerspruch. Regierungssprecher Yasuhisa Shiozaki sagte, die Verabschiedung der Resolution sei "bedauerlich". Japan habe die Frage der "Trostfrauen" bereits ernsthaft behandelt. Im vergangenen Jahrhundert habe es "viele Menschenrechtsverstöße" gegeben. Japan wolle dazu beitragen, dass das 21. Jahrhundert ein "wunderbares Jahrhundert" ohne Menschenrechtsverstöße werde.
Ministerpräsident Shinzo Abe, der für sein konservatives Geschichtsverständnis bekannt ist, hatte Anfang des Jahres in Zweifel gezogen, dass es Hinweise dafür gebe, dass die kaiserliche Armee direkt in die Zwangsprostitution während des Krieges verwickelt gewesen sei.
Opfer der Zwangsprostitution sowie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) begrüßten die Resolution. Der Koreanische Rat vom Militär zur Sexsklaverei missbrauchter Frauen forderte Japan auf, die Resolution unverzüglich anzuerkennen und die Verantwortung zu tragen. Ai bezeichnete die Entschließung als seit langem überfällig.
flo/Reuters/AFP
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