Moskau/Tiflis/Brüssel - Georgien forderte den Sicherheitsrat auf, in einer Sondersitzung über die "Verletzung des Luftraums und die Bombardierung des Territoriums des Landes" zu beraten. Der georgische Uno-Botschafter Irakli Tschikowani beschuldigte Moskau sogar, mit dem Abschuss der Rakete den Weltfrieden zu bedrohen. Der Sicherheitsrat müsse den Angriff auf das Gebiet eines souveränen Staates aufs Schärfste verurteilen und eine Untersuchung einleiten, forderte Tschikowani. Die EU mahnte Moskau und Tiflis zur "Zurückhaltung".
Bei dem Streit geht es um eine Flugabwehr-Rakete, die am Montag rund 65 Kilometer westlich der georgischen Hauptstadt Tiflis auf einem Acker niederging, ohne jedoch zu explodieren. Georgien macht Russland dafür verantwortlich. Russland bestreitet indes jede Verwicklung in den Vorfall.
Die Hintergründe sind nach wie vor unklar. In georgischen Ermittlungskreisen hieß es zuletzt, ein russischer Pilot habe die Rakete offenbar abgeworfen, aber nicht abgefeuert. In einem vorläufigen Bericht internationaler Beobachter, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, war lediglich davon die Rede, dass das Flugzeug aus russischer Richtung gekommen sein muss. Die Beobachter kamen aber nicht eindeutig zu dem Schluss, dass es tatsächlich eine russische Maschine war, die die Rakete abwarf. Weder das Flugzeug noch der Sprengsatz hätten eindeutig identifiziert werden können, hieß es.
Nach Darstellung des georgischen Außenministeriums war die Anti-Radar-Rakete AS-11 (Nato-Code: Kilter) auf georgischem Gebiet eingeschlagen. "Die Rakete wurde von einem Kampfflugzeug Suchoi SU-24 aus russischer Produktion abgefeuert, das aus Russland in den Luftraum Georgiens eingedrungen war", erklärte das Außenministerium in Tiflis.
Das russische Außenministerium warf Georgien nach Angaben der Agentur Interfax vor, die positive Entwicklung in den Beziehungen beider Länder zu durchkreuzen. Der Sondergesandte Juri Popow forderte eine rasche Klärung, woher das Flugzeug kam, das die Rakete abgefeuert hatte.
als/Reuters/dpa
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