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18.08.2007
 

Kriminalität

Deutsche Frau in Afghanistan entführt

Wieder haben Kidnapper zugeschlagen: Am hellichten Tag verschleppten sie eine 31-jährige Deutsche aus einem Restaurant in Kabul und rasten mit ihr davon.

Hamburg - Christine M. arbeitet nach Informationen von SPIEGEL ONLINE für die im nordhessischen Korbach ansässige christliche Organisation Ora International. Seit Herbst vergangenen Jahres ist sie in der Verwaltung im Kabuler Büro des Hilfswerks tätig. Nach Informationen des Unternehmens gibt es Kontakte zu den Entführern. Diese hätten Geldforderungen gestellt.

Sicherheitsvorkehrungen der afghanischen Armee: Deutsche von einer Bande Krimineller entführt
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AP

Sicherheitsvorkehrungen der afghanischen Armee: Deutsche von einer Bande Krimineller entführt

Semerai Baschari, Sprecher des Innenministeriums, teilte mit, die Frau sei gegen 10.30 Uhr MESZ von insgesamt vier mit Pistolen bewaffneten Männern entführt worden.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wurde Christine M. aus dem kleinen Restaurant Bar.B.Q im westlichen Kabuler Stadtteil Kart-e-Chr gekidnappt.

Nach unbestätigten Berichten hielten die Bewaffneten vor dem Schnellrestaurant an, zwei Männer seien ausgestiegen und hätten im Lokal eine Pizza bestellt. Dann seien sie zu einem Tisch gegangen, an dem die Frau mit ihrem Ehemann saß, der nicht entführt wurde. Er befindet sich in der Deutschen Botschaft in Kabul.

Die Entführer flohen dann mit ihrer Geisel in einem blauen Toyota vom Typ Corolla, der in Afghanistan häufig gefahren wird.

Polizisten, die wegen der Entführung alarmiert worden waren, entdeckten angeblich das schnell fahrende Fluchtfahrzeug und eröffneten das Feuer. Den Angaben zufolge verfehlten sie den Toyota und trafen stattdessen ein Taxi, dessen Fahrer getötet wurde.

Ein Polizeioffizier sagte, die Straßen würden abgeriegelt. Die Polizei habe Hubschrauber angefordert. Innenamtssprecher Baschari bestätigte dies nicht. Gegenüber SPIEGEL ONLINE sagte Baschari, die Frau sei von einer Bande von Kriminellen und nicht von radikalislamischen Taliban entführt worden.

Die radikal-islamischen Taliban distanzierten sich von der Tat. Deren Sprecher Sabeehullah Mudschahid sagte der Deutschen Presse-Agentur in Kabul per Telefon, ihm sei die Geiselnahme bekannt. Er habe auch mit Taliban-Kämpfern in der afghanischen Hauptstadt gesprochen, die ihm jedoch gesagt hätten, sie hätten die Frau nicht verschleppt.

Für die Mitarbeiter der Vereinten Nationen wurde heute eine Ausgehsperre verhängt. Während der Ermittlungen zu der Entführung sollten sie an Ort und Stelle bleiben, verlautete aus Uno-Kreisen. Auch für andere Ausländer wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Am 18. Juli waren in der afghanischen Provinz Wardak zwei Deutsche verschleppt worden. Eine der Geiseln befindet sich nach den bislang vorliegenden Informationen weiter in der Gewalt der Kidnapper. Die andere Geisel wurde laut Obduktionsbericht nach einem Kreislaufzusammenbruch von den Geiselnehmern erschossen. Ihre Leiche war am 22. Juli gefunden worden.

asc/mgb/AP/dpa/AFP

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