Paris - Die Ehrenlegion bestätigte heute in Paris, dass Noriega ihr Mitglied ist. Die Auszeichnung sei ihm am 22. Januar 1987 verliehen worden, auf Antrag des französischen Außenministeriums - als Würdigung der diplomatischen Beziehungen zu Panama.
Noriega sei zu Zeiten des damaligen Präsidenten François Mitterrand eigens nach Frankreich gereist, um die Ehrung entgegenzunehmen. Noriega wurde 1999 in Abwesenheit wegen Geldwäsche für die kolumbianische Drogenmafia zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Noriega hatte seit Beginn seiner Laufbahn mit dem US-Auslandsgeheimdienst CIA zusammengearbeitet, von dem er jahrzehntelang Geld bezog. Er war von 1971 bis 1983 Chef des militärischen Geheimdienstes und regierte Panama von 1983 bis 1989 mit harter Hand.
Da Noriega aber nach Einschätzung der US-Geheimdienste zunehmend mit den Drogenkartellen zusammenarbeitete, statt gegen sie vorzugehen, marschierten US-Truppen Ende 1989 auf Befehl des damaligen US-Präsidenten George Bush in Panama ein und nahmen Noriega gefangen. 1992 wurde er von einem US-Gericht zu 40 Jahren Haft verurteilt, die wegen guter Führung reduziert wurden. Die Strafe endet am 9. September.
Gestern hatte ein US-Gericht seiner Auslieferung nach Frankreich zugestimmt, sobald seine Strafe in den Vereinigten Staaten verbüßt ist. Die endgültige Entscheidung darüber muss das US-Außenministerium treffen.
Die französische Ehrenlegion war 1802 auf Initiative von Frankreichs späterem Kaiser Napoléon gegründet worden und zeichnet Franzosen aus, die sich besonders um die Nation verdient gemacht haben. Zurzeit gehören ihr rund 115.000 Menschen in unterschiedlichen Auszeichnungsstufen an.
Ausländer werden gleichfalls ausgezeichnet, können aber nicht Mitglied werden. Wie der Legionsexperte Bertrand Galimard Flavigny erläuterte, gibt es bei ihnen anders als bei Franzosen auch keine Bestimmungen, Auszeichnungen wieder zu entziehen. Demnach war unter anderem auch der ehemalige rumänische Diktator Nicolae Ceaucescu bis zu seinem Tod Träger der Auszeichnung.
flo/AFP
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