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02.09.2007
 

Urananreicherung

Iran meldet Atom-Durchbruch - schon wieder

Irans Medien überschlagen sich mit Erfolgsmeldungen: Nach den Worten von Präsident Ahmadinedschad hat das Land nun über 3000 Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb - und ein Kernziel seines Atomprogramms erreicht. Dasselbe hatte Teheran allerdings schon mehrmals bekannt gegeben.

Teheran - Die Meldung ist mit Vorsicht zu genießen: Irans Präsident nutze am Sonntag einen Auftritt vor Teheraner Studenten, um das Erreichen eines angeblichen Meilensteines zu feiern. In den vergangenen Monaten sei die Zahl der im Atomzentrum Natans installierten Gaszentrifugen zur Urananreicherung auf mehr als 3000 erhöht worden, sagte er. Jede Woche würden weitere Gaszentrifugen dazukommen. Auch westliche Nachrichtenagenturen verbreiteten die Ankündigung eilig weiter.

Ahmadinedschad (Ende August): Teheraner Zahlen-Raten
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Getty Images

Ahmadinedschad (Ende August): Teheraner Zahlen-Raten

Dabei stehen die Zahlen im Widerspruch zu den Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Diese schrieb in ihrem jüngsten Bericht vom 19. August, in Iran seien 1968 Zentrifugen in Betrieb, und 656 weitere befänden sich in verschiedenen Versuchs- und Installationsstadien. "Bis der Iran 3000 Zentrifugen erreicht, wird es wohl dauern", hieß es von der Behörde noch jüngst.

Hinzu kommt: Es ist nicht das erste Mal, dass Iran das Erreichen des Zentrifugen-Zieles meldet. Man habe schon über 100 Kilogramm Uran angereichert und mehr als 3000 Zentrifugen - genau dies behauptete Innenminister Mostafa Pour-Mohammadi im Juni. Und schon im April hatte Mahmud Ahmadinedschad behauptet, sein Land sei nunmehr in der Lage, in industriellem Maßstab Uran anzureichern. Auch bei dieser Gelegenheit war von 3000 Zentrifugen die Rede.

ElBaradei im SPIEGEL: "Letzte Chance für Teheran"

Nach Schätzungen internationaler Wissenschaftler bräuchte Iran mit der genannten Zentrifugen-Zahl bei einem Dauerbetrieb bis zu einem Jahr, um genügend hochangereichertes Material für eine Bombe zu gewinnen. Der Westen befürchtet, dass das iranische Atomprogramm dem Bau von Atomwaffen dienen könne. Teheran bestreitet dies.

IAEA-Chef Mohamed ElBaradei hat eine neue Vereinbarung mit der Regierung in Teheran als "vielleicht letzte Chance" für Iran bezeichnet. Im Interview mit dem SPIEGEL sagte er, zum ersten Mal habe sich die Uno-Behörde mit der Führung der Islamischen Republik auf einen klar umgrenzten Zeitplan zur Klärung ausstehender Fragen geeinigt. "Bis November, spätestens Dezember müssten wir sehen können, ob Teheran seine gegebenen Versprechen einhält."

ElBaradei zeigte sich hoffnungsvoll, dass der Konflikt friedlich beigelegt werden könnte. Er plädierte dafür, während dieser Zeit die Uno-Sanktionen gegen Iran nicht zu verschärfen. Er warnte zudem eindringlich vor einem amerikanischen oder israelischen Militärschlag. Dies würde einen "furchtbaren Flächenbrand in der Region auslösen".

Iran kündigte am Sonntag an, die Zusammenarbeit mit der IAEA grundsätzlich fortsetzen zu wollen. Sollte der Uno-Sicherheitsrat aber weitere Sanktionen verhängen, werde die Regierung in Teheran die Kooperation überdenken und "neue Optionen" in Betracht ziehen, erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, ohne dies näher auszuführen.

itz/Reuters/AP/AFP/dpa

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