Genf - Von einem "bedeutenden Durchbruch" mochte US-Unterhändler Christopher Hill nicht sprechen. Zu häufig schon hat die Sechser-Gruppe mit Vertretern beider koreanischer Staaten, China, Russland, Japan und den USA getagt, ohne dass das kommunistischen Regime in Pjöngjang endgültig seine Atompläne aufzugeben gelobte.
Und doch gab sich Hill zuversichtlich nach den zwei Tagen von Genf, in denen die Gespräche "sehr gut und sehr umfangreich" gewesen seien: "Eine Sache, über die wir uns einig geworden sind, ist, dass Nordkorea sein gesamtes Atomprogramm offenlegen und das Atomprogramm bis zum Ende dieses Jahres, also 2007, abschalten wird." Auch der nordkoreanische Verhandlungsführer Kim Kye Gwan sprach von guten Gesprächen.
Der Regierung von Staatschef Kim Jong Ill waren im Vorfeld der Genfer Gespräche für den Verzicht auf sein Atomprogramm etliche Erleichterungen in Aussicht gestellt worden: zum Beispiel das Land früher als erwartet von der Liste der Terrorismus-Unterstützer zu streichen. Dies würde neben Rüstungsgeschäften auch US-Hilfen an das verarmte Land erleichtern. So kündigten die amerikanische Regierung Lebensmittelhilfen für die Opfer der verheerenden Hochwasser in Nordkorea in den vergangenen Wochen an.
Die Einzelheiten sollten bei der nächsten Runde der Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Programm Mitte des Monats in China geklärt werden.
In Genf ging es unter anderem darum, wie der Nachweis über die Stilllegung der nordkoreanischen Atomanlagen geführt werden soll. Außerdem wurden Schritte zur Aufwertung der Beziehungen zwischen Washington und Pjöngjang diskutiert. Zur Frage der bilateralen Beziehungen sagte Hill, eine diplomatische Normalisierung komme erst nach dem Stopp des Atomprogramms in Frage. Die Beziehungen zwischen beiden Seiten müssten weiter Schritt für Schritt aufgebaut werden.
Hill hatte schon die Gesprächsrunde am Samstag als "eine der substanziellsten, die wir bislang hatten", bezeichnet. Zwar sei man in vielen Fragen noch weit von einer Einigung entfernt. Aber ich glaube, wir haben beträchtliche Übereinstimmung darüber erreicht, was wir in den vor uns liegenden Monaten erreichen müssen."
Die Regierung in Pjöngjang hatte im Juli nach längeren Verhandlungen ihren Atomreaktor Yongbyon abgeschaltet, in dem auch waffenfähiges Plutonium produziert wurde. Im Gegenzug lieferte der Westen 50.000 Tonnen Heizöl. Im Anschluss an die Gespräche mit den USA will Nordkorea in Genf am Montag mit Vertretern Japans über eine Beilegung der Spannungen zwischen den Nachbarstaaten beraten.
rüd/AFP/AP/Reuters/dpa
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