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03.09.2007
 

Briten in Basra

Brown verteidigt Rückzug

Die britische Armee zieht sich aus Basra zurück - aber nicht, um vor Aufständischen zu fliehen, sagt jetzt Premierminister Brown. Der Abzug sei "geplant und organisiert" und keineswegs eine Niederlage.

London – Großbritanniens Premierminister Gordon Brown wies heute ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim britischen Truppenabzug aus Basra im Südirak um eine geplante Aktion und nicht etwa um eine Niederlage handle. Es sei ein "geplanter und organisierter Umzug" vom Hauptquartier "Basra Palace" zum Luftwaffenstützpunkt Basra, antwortete Brown in der BBC auf die Frage, ob der Abzug als Niederlage zu verstehen sei.

Basra: Ein irakischer Soldat hisst die Flagge auf dem ehemaligen britischen Hauptquartier
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AP

Basra: Ein irakischer Soldat hisst die Flagge auf dem ehemaligen britischen Hauptquartier

Die Briten hielten ihre Verpflichtungen gegenüber den Irakern und der Uno ein, sagte Brown. Es handle sich um einen Wandel von einer "Kampfrolle" in vier Provinzen hin zu einer Überwachungsfunktion. Unter bestimmten Umständen sei die britische Armee in der Lage, sich wieder einzuschalten.

Im Südirak sind rund 5500 britische Soldaten stationiert, die meisten von ihnen in und um Basra. Ihre Zahl soll bis zum Jahresende auf rund 5000 gesenkt werden. Die verbleibenden Truppen sollen nach Browns Wunsch weiter über die Stabilität der Provinz wachen und einheimische Sicherheitskräfte ausbilden. Seit dem Einmarsch der multinationalen Truppen im Irak 2003 wurden dort fast 160 britische Soldaten getötet.

Viereinhalb Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs ist Basra wieder frei von Besatzungstruppen. Die britischen Streitkräfte räumten bis Mittag ihren letzten Stützpunkt im Zentrum der zweitgrößten irakischen Stadt und übergaben ihn den einheimischen Truppen, sagte der irakische Generalleutnant Mohan al-Firedschi.

Das Verteidigungsministerium in London hatte zunächst erklärt, das Hauptquartier "Basra Palace" werde den irakischen Sicherheitskräften "in den kommenden Tagen" übergeben. Das Hauptquartier war zuletzt fast täglich mit Mörsern oder Raketen angegriffen worden.

Die Kontrolle über das gesamte Gebiet um Basra solle im Herbst übergeben werden, teilte das Ministerium mit. "Die britischen Truppen werden jetzt vom Flughafen aus eingesetzt, sie bleiben für Basra verantwortlich, bis wir an die irakischen Provinzbehörden übergeben, was wir für den Herbst erwarten."

Kurz vor Bekanntwerden des Abzugs aus dem Hauptquartier hatten hochrangige britische Offiziere die Irak-Politik der USA in ungewohnter Schärfe kritisiert. Der frühere britische Generalstabschef Mike Jackson nannte Washingtons Irak-Politik "intellektuell bankrott". Generalmajor a.D. Tim Cross sagte, schon bei der Vorbereitung der Invasion hätten viele das Gefühl gehabt, dass die Pläne der Vereinigten Staaten für die Nachkriegszeit "fatale Schwächen" aufwiesen.

Trotz innenpolitischer Kritik am Irak-Einsatz der Briten hält Brown daran fest. Die Soldaten hätten "eine Arbeit zu erledigen", sagte der Premierminister im August. Auch einen genauen Zeitplan für den Abzug der britischen Truppen will Brown nicht im Voraus erstellen.

Browns Vorgänger Tony Blair hatte schon im Februar die Zahl der britischen Soldaten im Irak von 7000 auf 5500 verringert. Schon damals hieß es, weitere 500 Soldaten könnten abgezogen werden, wenn der Stützpunkt in Basra den Irakern übergeben worden sei.

asc/AFP/AP

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