Sonntag, 22. November 2009

Politik



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05.09.2007
 

Klimaschutz

Bush lästert über Kyoto-Protokoll - und fordert mehr Atomenergie

Kyoto, nein danke: George W. Bush hat einer Klimapolitik mit verbindlichen Abgasgrenzen für jedes Land einmal mehr eine klare Absage erteilt. Wie Klimaschutz am besten funktioniert, glaubt der US-Präsident auch zu wissen: mit moderneren Kraftwerken und mehr Atomenergie.

Sydney - US-Präsident George W. Bush fühlt sich durch die Ergebnisse bei der Umsetzung des Kyoto-Protokolls in seiner Skepsis gegenüber der Vereinbarung bestätigt. Die Schwierigkeiten vieler Länder, die Kyoto-Ziele zum Abbau der Treibhausgase zu erreichen, zeige, dass der Weg falsch sei, sagte Bush heute vor dem Gipfel der Pazifikanrainerstaaten (Apec) in Sydney. Bei dem Gipfel soll das Thema Klimawandel eine Hauptrolle spielen.

Bush bei Australiens Premier Howard: Kyoto-Kritiker unter sich
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DPA

Bush bei Australiens Premier Howard: Kyoto-Kritiker unter sich

"Wenn man einmal anschaut, welche Länder die Kyoto-Ziele tatsächlich erreichen, kommt man vielleicht zu dem Schluss, dass ein anderer Weg (gegen den Klimawandel) mehr Sinn macht", sagte Bush. Die USA und Australien haben das Klimaschutzprotokoll als einzige unter den Industrieländern abgelehnt, weil es nach ihrer Meinung das Wirtschaftswachstum begrenzt und weil es große Umweltverschmutzer wie China und Indien nicht in die Pflicht nimmt.

Bush veröffentlichte zusammen mit dem australischen Premierminister John Howard eine Klimaerklärung, die zur Reduktion der schädlichen Abgase vor allem durch technologischen Fortschritt etwa bei Kraftwerken und durch größeren Einsatz von Atomenergie setzt. Klimaschutz dürfe das Wirtschaftswachstum nicht beeinträchtigen.

"Wer sich wirklich Sorgen wegen der Treibhausgase macht, der müsste für Atomenergie sein", sagte Bush. Einen ähnlichen Schwerpunkt hat nach den Entwürfen die Klimaerklärung, die die Apec-Staaten bei ihrem Treffen verabschieden wollen. Die USA sind der größte Verursacher von Treibhausgasen der Welt, Australien steht wegen seiner Kohleindustrie auf Pro-Kopf-Basis auf dem ersten Platz.

Bush wehrte sich dagegen, als Klimaschutz-Skeptiker gebrandmarkt zu werden. "Ich weiß, dass manche sagen: Da er gegen Kyoto ist, kümmert ihn der Klimawandel nicht - das ist absurd", sagte Bush. Die USA wollten bei der Klimakonferenz im Dezember auf Bali engagiert an einer Folgevereinbarung zu Kyoto mitarbeiten. Schlüssel sei, die Entwicklungsländer einzubeziehen.

Bush und Howard erklärten, sie freuten sich auf eine "aktive und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Ländern bei der Uno-Klimakonferenz im Dezember in Indonesien". Die USA und Australien wollten sich für ein neues Klimaabkommen einsetzen, das ein "effektives Handeln von allen Hauptverursacherstaaten" vorsehe.

Vor dem Uno-Treffen sollen an einer Klimakonferenz am 24. September in New York Vertreter aus mehr als hundert Ländern teilnehmen. Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs seien unter den Teilnehmern, sagte ein Vertreter der Uno-Klimakonvention, Richard Kinley. Die Uno habe zahlreiche Antworten auf die Einladung von Generalsekretär Ban Ki Moon bekommen. Bei dem Treffen kurz vor Beginn der Uno-Vollversammlung soll mit Blick auf den Klimagipfel von Bali ein Fahrplan für das Kyoto-Nachfolgeabkommen erstellt werden.

phw/dpa/AFP

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