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06.09.2007
 

Gelungener Auftritt

Falscher Osama schafft es fast bis zu Bush

Der Gag dürfte den australischen Behörden sehr peinlich sein. Für das Treffen des asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforums in Sydney hatten sie schärfste Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. Doch eine Comedy-Truppe kam fast unbehelligt bis zum Hotel von US-Präsident Bush.

Sydney - Mehreren australischen Schauspielern ist es gelungen, in Verkleidung in die Sperrzone um das Hotel von US-Präsident George W. Bush in Sydney einzudringen - einer von ihnen sogar in Gestalt von Qaida-Chef Osama Bin Laden. Wie Augenzeugen heute berichteten, näherten sich die elf Darsteller eines Satireprogramms des Senders ABC bis auf zehn Meter dem Hotel, bevor sie gestoppt wurden. Sie ließen sich einfach in drei Limousinen mit kanadischen Fähnchen vorfahren, als wären sie Teil der kanadischen Delegation beim asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforums (Apec), das am Wochenende in Sydney tagt.

Von vorgetäuschten Leibwächtern in dunklen Anzügen flankiert,
passierten die Limousinen einen wichtigen Kontrollpunkt der
Polizei, bevor sie in der Nähe des Hotels angehalten wurden. Wie die Polizei von Sydney mitteilte, wurden die elf Schauspieler
festgenommen, inzwischen aber auf Kaution wieder freigelassen. Angesichts des bevorstehenden Apec-Gipfels hat sich die
australische Metropole in eine abgeschottete Festung verwandelt. Eine mehr als fünf Kilometer lange und 2,80 Meter hohe Mauer aus Beton und Stahl soll die Staats- und Regierungschefs vor Demonstranten und Terroristen schützen.

"Es gibt keinen besonderen Grund, warum wir die kanadische Flagge gewählt haben. Wir haben einfach ein Land ausgesucht, das die Polizisten höchstwahrscheinlich nicht zu sehr unter die Lupe nehmen würden", sagte Comedy-Darsteller Chris Taylor der Zeitung "Sydney Morning Herald". "Außerdem sollte es ein Land sein, das höchstens drei Fahrzeuge in seiner Eskorte hätte, im Gegensatz zu den 20 Dreckschleudern, die Bush mitgebracht hat."

Bush sowie viele australische Politiker wurden in der
Fernsehsendung "The Chaser's War on Everything" schon öfters auf die Schippe genommen. Der australische Außenminister Alexander Downer sagte, die Festnahmen bewiesen, dass die
Sicherheitsvorkehrungen funktioniert hätten. Den Darstellern warf er vor, viele Prominente bewusst demütigen zu wollen.

kai/AFP/AP

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