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22.09.2007
 

US-Söldner

Blackwater weist Bericht über Waffenschmuggel zurück

Wenige Tage nach dem Skandal um ihre schießwütigen Söldner muss sich Blackwater erneut rechtfertigen: Man sei nicht am Waffenschmuggel in den Irak beteiligt, widerspricht die Sicherheitsfirma einem Zeitungsbericht. Von der tödlichen Schießerei ist unterdessen ein Video aufgetaucht.

Washington - "Vorwürfe, wonach Blackwater irgendetwas mit ungesetzlichen Waffengeschäften zu tun hat, entbehren jeder Grundlage", teilte das Unternehmen mit und wies damit jegliche Anschuldigungen von sich. Wohl arbeite man mit den US-Behörden in einem Fall von zwei ehemaligen Mitarbeitern zusammen, die von der Firma gestohlen hätten und daraufhin gefeuert worden seien. Dies stehe aber nicht im Zusammenhang mit der Arbeit des Unternehmens im Irak.

Blackwater-Söldner in Bagdad: Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage
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AFP

Blackwater-Söldner in Bagdad: Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage

Die kalifornische Zeitung "News & Observer" hatte zuvor unter Berufung auf nicht näher benannte Kreise berichtet, die Staatsanwaltschaft prüfe Vorwürfe, wonach Blackwater Schnellfeuerwaffen, Nachtsichtgeräte, Armierungen und andere Militärgüter ohne die nötigen Genehmigungen ausgeführt hat. Zwei frühere Blackwater-Angestellte hätten zudem internationale Geschäfte mit gestohlenen Schusswaffen gestanden und arbeiteten mit den Ermittlern zusammen, hieß es weiter.

Auch auf einem Übungsgelände in North Carolina, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, seien laut der Zeitung möglicherweise Dutzende Schnellfeuerwaffen ohne Genehmigung eingesetzt worden. Das US-Justizministerium nahm zu dem Bericht nicht Stellung.

Erst vergangene Woche hatten Wachleute des Unternehmens in einem Kampf im Irak elf Menschen erschossen - und auch hier gibt es neue Vorwürfe: Nachdem schon Augenzeugen berichtetet hatten, die Männer von Blackwater hätten wahllos um sich geschossen, scheint nun ein Video des Kampfes aufgetaucht zu sein. Irakische Ermittler behaupten, im Besitz einer Aufnahme zu sein, die zeigt, dass die Blackwater-Angestellten ohne Provokation das Feuer auf Zivilisten eröffneten. Ein Offizieller sagte, das Video sei an die irakische Justiz weitergeleitet worden.

Rice will Sicherheitsmaßnahmen überprüfen lassen

Der Schusswaffengebrauch von Beschäftigten ausländischer Sicherheitsdienste ruft in der irakischen Bevölkerung immer wieder Empörung hervor. Bislang wurde allerdings keine private Sicherheitsfirma je für Übergriffe zur Rechenschaft gezogen. Im Zusammenhang mit dem Blackwater-Skandal kündigte die irakische Regierung jedoch an, die Lizenzen aller Unternehmen prüfen zu wollen. Laut einem Bericht der "Washington Post" hat sie ihre Ermittlungen schon auf sechs weitere Gewalttaten seit Jahresbeginn ausgeweitet, an denen die Firma ebenfalls beteiligt gewesen sein soll.

Insgesamt sind im Irak rund 100.000 private Söldner im Einsatz, unter ihnen viele US-Bürger und Briten. Sie werden vor allem für den Personenschutz eingesetzt, sind oft mit automatischen Waffen und gepanzerten Fahrzeugen ausgerüstet und unterstehen meist keiner anderen Aufsicht als der ihres Unternehmens. Blackwater ist mit 1000 Leuten und einer eigenen Hubschrauberflotte im Irak einer der größten Sicherheitsdienstleister.

Auch Außenministerin Condoleezza Rice will die Regeln für den Schutz von US-Diplomaten im Irak jetzt untersuchen lassen. Die Sicherheitsmaßnahmen müssten "vollständig" überprüft werden, sagte Rice. Dazu gehören auch die Vorschriften für den Schusswaffeneinsatz, wie Außenamtssprecher Sean McCormack erläuterte. Die Arbeit sollen "externe Experten" und Anwälte leisten.

tno/ase/Reuters/AFP/AP

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