Rangun - In Rangun haben heute 20.000 Menschen gegen die myanmarische Militärjunta protestiert. Augenzeugen zufolge marschierten rund 10.000 buddhistische Mönche durch die Straßen der größten Stadt des Landes, gefolgt von ebenso vielen Unterstützern. Zunächst hatten sich etwa 5000 Mönche und andere Demonstranten an der berühmten Shwedagon-Pagode versammelt. Die Menge schwoll dann innerhalb einer Stunde auf 20.000 Menschen an. In der zweitgrößten burmesischen Stadt Mandalay demonstrierten heute 500 Menschen.
Jeden Tag mehr: Am Sonntag protestierten 10.000 Mönche gegen die Regierung
Begonnen hatten die Proteste, nachdem die Militärführung Mitte August die Treibstoffpreise sowie die Kosten für den öffentlichen Verkehr drastisch erhöht hatte. Es handelt sich um die längste öffentliche Regierungskritik seit der großen Oppositionsbewegung von 1988, die gewaltsam niedergeschlagen wurde.
Am Samstag hatte die Militärführung die Demonstranten am Haus der unter Hausarrest stehenden Anführerin der damaligen Demokratiebewegung, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, vorbeimarschieren lassen. Nach Angaben von Augenzeugen wurden die Sicherheitsmaßnahmen dort heute verstärkt.
Der Buddhismus spielt in der myanmarischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Mönche werden als Lehrer und Vorbilder verehrt. Beobachter gehen davon aus, dass allein Mönche in der Lage wären, eine Massenbewegung auszulösen. Auch bei der Demokratiebewegung vor zwanzig Jahren spielten die buddistischen Robenträger eine wichtige Rolle. Ihr hohes Ansehen wird als Grund dafür gesehen, dass die Junta nicht gewaltsam gegen die friedlichen Proteste vorgeht. Ein Experte in Thailand bezeichnete die Situation als "Dilemma" für die Generäle: Lassen sie die Demonstrationen weiter zu, werden sich immer mehr Bürger anschließen, greifen sie ein, wäre möglicherweise ein Aufstand gegen die Regierung die Folge, so die Einschätzung.
ler/AFP
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