Als eine erste Konsequenz wird die Europäische Union die Sanktionen gegen das Militärregime verschärfen. Die Außenminister der 27 EU-Staaten würden am 15. Oktober Einzelheiten beschließen, teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft in Brüssel mit. Zugleich sei die EU-Kommission beauftragt worden, die Möglichkeiten für eine Verstärkung der humanitären Hilfe zu prüfen.
Hilfe von auswärts wird immer dringender: Beobachter warnen mittlerweile vor einer Hungersnot. Durch das Vorgehen der Militärjunta gerate die Nahrungsmittelhilfe ins Stocken, sagte der Asien-Direktor des Welternährungsprogramms (WFP), Tony Banbury. Schon jetzt sei jedes dritte burmesische Kind unterernährt. Die akute Sorge sei, dass Preiserhöhungen und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Menschen "die ohnehin schlechte Lage noch schlimmer machen".
Banbury zufolge sind die Burmesen auch wegen gestiegener Lebensmittelpreise auf die Straße gegangen. So habe sich der Reispreis seit Jahresbeginn verdoppelt. Der in Thailand lebende burmesische Flüchtling Win Min sagte, schon jetzt gäben seine Landsleute rund 70 Prozent ihres Einkommens für Essen aus.
Auslöser der Proteste in Burma war im August die Verteuerung von Benzin. Erst allmählich entwickelten sich daraus friedliche Kundgebungen gegen die Militärführung. Die Sicherheitskräfte machten der Massenbewegung mit unerbittlichem Vorgehen vorläufig ein Ende. Nach Angaben der Uno wurden in einem Lagerhaus in Rangun mindestens tausend Demonstranten festgehalten, sie sollen keinerlei Zugang zu Sanitäranlagen haben.
Heute waren in den Straßen Ranguns weniger Sicherheitskräfte zu sehen als in den vergangenen Tagen. Soldaten mit Spürhunden patrouillierten aber an Bushaltestellen und auf Marktplätzen. Am Rathaus und an der Sule-Pagode, wo die Proteste ihren Anfang nahmen, waren Militärfahrzeuge in Stellung.
wal/dpa/AFP/AP
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