Bagdad - Binnen Minuten sind am Morgen in der nordirakischen Stadt Badschi, 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, zwei Autobomben detoniert. Bei den Explosionen kamen Augenzeugenberichten zufolge bis zu 50 Menschen ums Leben, 60 wurden verletzt. Die Anschläge richteten sich offenbar gegen führende lokale Vertreter im Kampf gegen das Terrornetzwerk al-Qaida.
Der erste Selbstmordattentäter brachte laut Polizei sein mit Sprengstoff gefülltes Fahrzeug vor dem Sitz des Polizeichefs Saad al-Nuffus zur Explosion. Mehrere Menschen, darunter drei Familienmitglieder des Polizeichefs, kamen ums Leben. Der Oberst selbst überlebte den Anschlag unverletzt. Sein Haus stürzte durch die Wucht der Explosion teilweise ein.
Fast zur selben Zeit raste ein weiterer Selbstmordattentäter mit seinem Wagen gegen das Haus von Thamer Ibrahim Atallah, dem Chef eines Zusammenschlusses mehrerer Stämme, die sich dem Kampf gegen die Qaida im Irak verschrieben haben. Atallah überlebte, mindestens fünf Menschen, darunter ein Leibwächter, wurden getötet.
In Mossul, 360 Kilometer nordwestlich von Bagdad, wurde heute der stellvertretende Polizeichef aus einem fahrenden Auto heraus erschossen. Brigadegeneral Abdul al-Thanon war nach Polizeiangaben gerade aus seinem Haus getreten, als vier bewaffnete Autoinsassen das Feuer auf ihn eröffneten.
Bei Kämpfen westlich von Bagdad wurde gestern ein US-Marineinfanterist getötet. Wie die Armeeführung weiter mitteilte, erlag außerdem ein Soldat seinen Verwundungen, die er bei Kämpfen am Freitag nördlich von Bagdad erlitten hatte. Damit stieg die Zahl der US-Toten im Irak seit der Invasion vom März 2003 nach Zählung der Nachrichtenagentur AP auf mindestens 3817.
phw/AP/AFP/dpa
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