Berlin - Jeder siebte Mensch geht täglich hungrig zu Bett. Weltweit leiden 854 Millionen Menschen an Unterernährung. Am dramatischsten ist die Situation in Burundi und im Kongo, teilte die Deutsche Welthungerhilfe heute in Berlin bei der Vorstellung des diesjährigen Welthunger-Indexes mit. Der Kampf gegen den Hunger geht demnach weltweit nur langsam voran.
Junge Frau im Kongo: Als Folge des Bürgerkrieges ist das Problem der Unterernährung hier besonders schlimm
Ein gutes weiteres Drittel habe zwar Fortschritte gemacht, aber das Tempo sei zu langsam, sagte Doris Wiesmann vom Washingtoner Institut für Ernährungspolitik. Dauerhafte Verbesserungen seien vor allem in Ländern möglich, wo in Friedenszeiten in Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft investiert werde. Auf gutem Weg seien unter anderem Kuba, Peru, Mosambik oder Indonesien.
Die Welthungerhilfe forderte, Entwicklungsgelder künftig verstärkt in die ländliche Entwicklung zu investieren. "Drei von vier extrem armen Menschen leben auf dem Land", sagte Schäuble. Die Mittel für die ländliche Entwicklung machten in Deutschland bislang jedoch nur sieben Prozent der gesamten deutschen staatlichen Entwicklungshilfe von 8,25 Milliarden Euro aus.
Der Welthunger-Index wird vom Internationalen Forschungsinstitut für Agrar- und Ernährungspolitik berechnet. Er vergleicht unter anderem die Kalorienversorgung und die Sterblichkeitsrate von Kindern in 91 Ländern. Obwohl sich 189 Staatschefs im Jahr 2000 verpflichtet hätten, den Hunger auf der Welt bis 2015 zu halbieren, litten derzeit 854 Millionen Menschen an Unterernährung, kritisierte die Welthungerhilfe.
ler/dpa/AP
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