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13.10.2007
 

Burma

Junta nimmt führende Dissidenten fest

Die Demokratiebewegung ist niedergeschlagen, die Militärregierung dezimiert das Lager der Opposition: Die Razzien gegen Regimekritiker in Burma dauern an. Derweil organisieren die Machthaber Massenkundgebungen zu ihrer Unterstützung.

Bangkok - Der frühere Studentenführer Htay Kywe sei gemeinsam mit drei anderen Personen in der Nacht zum Samstag in der Metropole Rangun festgenommen worden, sagte ein im Exil lebender Freund des 39-Jährigen in Bangkok. Polizei und Armee würden ihre Razzien gegen Regimekritiker noch immer fortsetzen, fügte der Mann hinzu.

Ehrfurcht vor der Flagge, "Nieder mit der BBC": Teilnehmerinnen der Pro-Junta-Rallye am Samstag in Rangun
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AFP

Ehrfurcht vor der Flagge, "Nieder mit der BBC": Teilnehmerinnen der Pro-Junta-Rallye am Samstag in Rangun

Die Proteste hatten sich Mitte August an Preiserhöhungen für Benzin entzündet und wurden zunächst von Dissidenten angeführt, die bereits bei den Studentenrevolten 1988 eine tragende Rolle gespielt hatten. Später führten buddhistische Mönche die Demonstrationen für mehr Demokratie an. Auf dem Höhepunkt der Protestwelle Ende September gingen Zehntausende Menschen auf die Straßen und forderten ein Ende der 45-jährigen Militärherrschaft. Beim Einschreiten des Militärs wurden mindestens zehn Menschen getötet, Tausende festgenommen.

In Rangun haben am Samstag mehrere zehntausend Menschen ihre Unterstützung für die Militärregierung demonstriert. Sie versammelten sich auf dem größten Sportplatz südlich der Stadt, wo Regierungsvertreter für die Pläne der Junta für die Errichtung einer "disziplinierten Demokratie" in dem Land warben. Busse hatten viele Teilnehmer nach Rangun gebracht. Die Demonstranten skandierten anti-westliche Slogans und griffen ausländische Medien an. So rief die Menge beispielsweise: "Nieder mit der BBC!" Offiziellen Angaben zufolge nahmen rund 120.000 Menschen an der Kundgebung teil. Ähnliche Demonstrationen hatte es in den vergangenen Wochen bereits in anderen Städten Burmas gegeben.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Donnerstag die burmesische Militärregierung für die Niederschlagung der Massendemonstrationen kritisiert. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung forderte das Gremium am Donnerstag zudem die zügige Freilassung politischer Gefangener und einen ehrlichen Dialog zwischen der Junta und der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen, Ibrahim Gambari, machte sich unterdessen erneut auf den Weg nach Südostasien, um den Druck auf die burmesische Regierung für Reformen zu erhöhen. Erstes Ziel seiner Reise war Bangkok. Bei seiner ersten Mission im September war Gambari sowohl mit Juntachef Than Shwe als auch mit der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammengekommen.

cai/reuters/afp

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