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19.10.2007
 

Selbstmordanschlag

Bhutto will trotz Anschlags in Pakistan bleiben

2. Teil: Bhutto übersteht den Anschlag unverletzt; ihr Mann beschuldigt den pakistanischen Geheimdienst

Bhutto selbst entging dem Attentat und blieb nach offiziellen Angaben unverletzt und wurde umgehend in ihre Residenz in Karatschi in Sicherheit gebracht. Die Zeitung "The Nation" berichtete unter Berufung auf Polizisten vor Ort, dass sich die ehemalige Premierministerin nur Sekunden vor dem Anschlag ins gepanzerte Innere des Lkw zurückgezogen hatte. Wegen der Anschlagsdrohungen von Extremisten hatten die Behörden Bhutto gebeten, den Weg vom Flughafen in die Stadt im Hubschrauber zurückzulegen. Dies lehnte diese jedoch ab. Genauso weigerte sie sich, ihre Anhänger hinter Panzerglas zu grüßen, die kugelsicheren Scheiben auf dem Wagen wurden pakistanischen Medien zufolge abgebaut.

Die pakistanische Polizei hat eignen Angaben zufolge inzwischen den Kopf des Suizidattentäters gefunden. Durch DNA-Tests wollen die Beamten die Identität des Täters feststellen. Fünf Millionen Rupien (82.000 Dollar) wurden für Hinweise ausgesetzt, die zu den Hintermännern des Anschlags führen. Bisher bekannte sich niemand dazu.

Ehemann beschuldigt Geheimdienst

Der Ehemann Benazir Bhuttos machte einen der pakistanischen Geheimdienste für den Anschlag auf seine Ehefrau verantwortlich. Asif Ali Zardari sagte dem Nachrichtensender Geo TV in Dubai: "Das ist nicht das Werk von Militanten, sondern das dieses Geheimdienstes." Gegenüber dem Fernsehsender Aryone World Television wiederholte er seinen Vorwurf: "Ich gebe der Regierung die Schuld an diesen Anschlägen."

Pakistanische Medien berichteten unter Berufung auf Bhuttos Volkspartei PPP, die Parteichefin und Ex-Premierministerin fordere nach dem Anschlag von der Regierung, den Chef des Intelligence Bureau (IB), Ijaz Shah, zu entlassen. Pakistans Präsident Pervez Musharraf verurteilte den Anschlag auf seine Kontrahentin als "Verschwörung gegen die Demokratie". Musharraf rief die Nation und besonders die Menschen in Karatschi zur Ruhe auf. Er erklärte, seine Regierung werde alles unternehmen, die Drahtzieher zu fassen und hart zu bestrafen. Er bete für die Getöteten und für eine schnelle Genesung der Verletzten.

Bhuttos Volkspartei rief eine dreitägige Trauer aus. In dieser Zeit würden die Parteiflaggen in ganz Pakistan auf Halbmast gesetzt und schwarze Flaggen als Zeichen der Trauer gehisst, berichteten pakistanische Medien. Trotz des Anschlags wolle Bhutto in Pakistan bleiben und ihre Partei in die Parlamentswahlen führen, sagte ein Senator der Volkspartei. "Wir werden unsere Pläne nicht ändern. Unser Kampf für Demokratie geht weiter", sagte Safdar Abbasi. Bhutto werde die Partei auf die Parlamentswahlen im Januar wie geplant vorbereiten. "Sie ist entschlossen."

Weltweite Verurteilung des Anschlags

Die Tat wurde weltweit verurteilt. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, es gebe keinen politischen Grund, der die Ermordung unschuldiger Menschen rechtfertige. Die Europäische Union (EU) drängte die pakistanischen Behörden, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. "Solche Taten bringen den Wahlprozess in große Gefahr", hieß es mit Bezug auf die Wahlen, die im Januar in Pakistan stattfinden sollen.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich schockiert. Er vertraue jedoch darauf, dass alle politischen Kräfte zusammenarbeiten würden, um die nationale Einheit zu stärken, sagte er.

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte das Attentat in Pakistan. Es bezeichnete es als Anschlag auf die Demokratie in dem Land. "Die Brutalität dieser heimtückischen Tat erfüllt uns mit Entsetzen", erklärte Steinmeier in Berlin. "Ihr liegt die durch nichts zu rechtfertigende Absicht zugrunde, die pakistanische Demokratie zu zerstören. Dem gilt es mit Konsequenz entgegenzutreten." Die Hintermänner der Anschläge müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

asc/phw/AP/Reuters/dpa

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