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25.10.2007
 

Inferno in Kalifornien

Gore macht Klimawandel für Flammenhölle verantwortlich

Der massive Einsatz der Feuerwehr im Kampf gegen das Flammeninferno in Kalifornien zeigt endlich Wirkung: Mehrere der Brandherde konnten eingedämmt werden. Als einen Auslöser für das Drama sieht Nobelpreisträger Al Gore den weltweiten Klimawandel.

Los Angeles/Wien – Nobelpreisträger Al Gore bringt den Klimawandel mit der Feuerkatastrophe in Kalifornien in Verbindung: In Südkalifornien habe es in diesem Jahr weniger als drei Zentimeter geregnet, sagte der frühere US-Vizepräsident in einer Rede in Wien. Die Temperaturen hätten dort in den vergangenen Tagen um zehn Grad höher gelegen als im früheren Durchschnitt. Dazu hätten die starken Winde die Situation zusätzlich verschärft.

Gore lobte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Der Republikaner mache als Krisenmanager in der Brandkatastrophe einen "tollen Job" und setze in klimapolitischer Hinsicht wichtige Akzente. Er habe mit ihm engen Kontakt und sehe Möglichkeiten, über Parteigrenzen hinweg weitere Partner zu finden, um den Klimawandel zu stoppen, sagte Gore, der zu den Demokraten gehört.

Gore warnte bei seiner Rede vor einer "planetaren Notsituation". Das Eis an den Polkappen könnte wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bereits in einer Generation abgeschmolzen sein. Dies sei ein Resultat der vom Menschen verursachten globalen Klimaerwärmung und stelle eine "große Bedrohung für die Zukunft der Menschheit" dar.

Gore gewann in diesem Jahr zusammen mit dem Uno-Weltklimarat (IPCC) den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung.

Die Lage im Katastrophengebiet hat sich vier Tage nach Beginn der Waldbrände entspannt. Alle Brände bei Los Angeles konnten nach Angaben der Behörden gelöscht werden. Weiter südlich bedrohte ein Feuer noch mehr als 8000 Häuser im Bezirk San Diego. Die Feuerwehr schöpfte aber Hoffnung aus dem ersehnten Wetterumschwung: Der heiße Ostwind, der die Flammen immer weiter vorangetrieben hatte, flaute endlich ab und soll in den nächsten Tagen kühlerem Meereswind Platz machen.

Der gefürchtete Santa-Ana-Wind erreichte am Mittwoch nur noch Geschwindigkeiten von 30 bis 60 Kilometern in der Stunde. Zu Beginn der Woche waren es bis zu 160 Stundenkilometer gewesen. Damit werde es möglich, die Brandbekämpfung aus der Luft zu verstärken, sagte Heimatschutzminister Michael Chertoff. Hubschrauber und Tankflugzeuge luden am Mittwoch mehr als 30 Wasserladungen auf einen Brand in den San-Bernardino-Bergen ab, der bei Lake Arrowhead mehrere hundert Häuser zerstörte.

Die Brände zerstörten rund 1500 Häuser, davon allein 1200 im Bezirk San Diego. Von dort gab es eine erste Schätzung zu den Sachschäden: Die Behörden gehen davon aus, dass die Verluste nur in diesem Bezirk mindestens eine Milliarde Dollar (700 Millionen Euro) erreichen. Mindestens 500.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen - das ist die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte von Kalifornien. Mehr als 172.000 Hektar Wald- und Buschland wurden verkohlt. Das entspricht einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie das Saarland.

Präsident George W. Bush versicherte den Betroffenen, dass sie nicht allein gelassen würden. "Wir sind besorgt um ihre Sicherheit, wir sind besorgt um ihr Eigentum", sagte Bush nach einer Kabinettssitzung. In einigen Regionen konnten die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren, so etwa in den Ortschaften Carlsbad, Chula Vista, Del Mar, Encinitas und Solana Beach.

als/AP/dpa

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