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29.10.2007
 

Saudi-Arabien

König Abdullah wirft London Versäumnisse im Anti-Terror-Kampf vor

Der Vorwurf aus Saudi-Arabien wiegt schwer: Die Terroranschläge in London vor zwei Jahren hätten verhindert werden können, wenn Großbritannien auf entsprechende Geheimdienstinformationen aus Saudi-Arabien reagiert hätte, behauptet der saudische König Abdullah.

London - Kurz vor einem Staatsbesuch in Großbritannien hat der saudische König Abdullah der britischen Regierung vorgeworfen, nicht energisch genug gegen den Terror zu kämpfen: Der Anti-Terror-Kampf müsse von Ländern wie Großbritannien mit größeren Anstrengungen geführt werden, sagte der König in einem BBC-Interview. Auf Geheimdienstinformationen, die Saudi-Arabien Großbritannien vor den Terroranschlägen im Jahr 2005 übermittelt hat, sei nicht reagiert worden. Sonst hätte "die Tragödie verhindert werden können".

Saudi-Arabiens König Abdullah: "Tragödie hätte verhindert werden können"
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REUTERS

Saudi-Arabiens König Abdullah: "Tragödie hätte verhindert werden können"

Die britische Regierung hatte bereits früher Vorhaltungen zurückgewiesen, sie sei vor den Anschlägen am 7. Juli 2005 gewarnt worden. Der Geheimdienstausschuss des Parlaments hatte nach eigenen Angaben keine Beweise dafür gefunden, dass aus Saudi-Arabien übermittelte Informationen hätten helfen können, die Anschläge zu verhindern. Bei den Terroranschlägen in London waren 52 Menschen getötet worden.

König Abdullah, der im Laufe des Tages in London erwartet wurde, räumte ein, dass auch in seinem Land der Kampf gegen die Terrororganisation al-Qaida noch längst nicht gewonnen sei. 20 bis 30 Jahre werde es noch dauern, bis der internationale Terrorismus besiegt sei.

Der Besuch des Königs in Großbritannien ist der erste eines saudischen Monarchen seit 20 Jahren und war in London bereits im Vorfeld umstritten. Der Chef der oppositionellen Liberaldemokratischen Partei, Vince Cable, rief zum Boykott aller Veranstaltungen mit dem Staatsgast auf. Zugleich forderte er eine neue Parlamentsdebatte über umstrittene Waffenlieferungen an Saudi-Arabien und dabei angeblich gezahlte Schmiergelder.

anr/dpa

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