Kabul - Besonders heftige Kämpfe lieferten sich die Extremisten mit afghanischen und Nato-Truppen nahe der Stadt Kandahar im Süden des Landes. Hier seien 50 Taliban getötet und 25 andere bei dem Versuch verletzt worden, den Bezirk Arghandab zu besetzen, teilte die Polizei mit.
In der gut zwölf Kilometer von Kandahar entfernten Region war unlängst ein regierungstreuer Stammesführer gestorben, dessen Tod ein Machtvakuum verursacht hatte. Mittlerweile seien 200 bis 250 Taliban von den afghanischen und Nato-Truppen umzingelt worden, hieß es weiter. Die Extremisten könnten weder entkommen noch verstärkt werden.
Ein kanadischer Offizier erklärte ergänzend, der Vormarsch der Taliban ziele auf Kandahar, das während ihrer Herrschaft von 1996 bis 2001 de facto als Hauptstadt diente. Die Stadt sei allerdings wegen der Schwäche der Extremisten nicht in Gefahr. Ein Taliban-Sprecher sagte, die Rebellen hätten sieben Kontrollpunkte in dem Gebiet erobert und den gegnerischen Truppen schwere Verluste zugefügt. Nach Darstellung der Polizei verloren die afghanischen Verbände nur drei Polizisten und einen Soldaten.
In den Kampfgebieten lebende Zivilisten seien aus Furcht vor Nato-Luftangriffen auf der Flucht, berichteten Bewohner der Provinzhauptstadt Kandahar. Polizeisprecher Sajed Aka Sakib teilte mit, die Menschen flüchteten auf Motorrädern, Traktoren, in Autos und mit Tieren. "Die Taliban benutzen die Häuser der Zivilisten als Schutz. Wir gehen sehr vorsichtig vor, um keine Zivilisten zu gefährden. Dutzende Familien sind geflüchtet, um sich in Sicherheit zu bringen", sagte Sakib.
Heftige Kämpfe meldeten die Behörden auch aus der Provinz Farah im Westen des Landes. Auch hier seien 50 Taliban getötet worden. 400 Islamisten leisteten den Soldaten Widerstand. Ein afghanischer Regierungsvertreter sagte, es seien auch 16 Polizisten zu Tode gekommen.
Die Taliban wurden Ende 2001 von einer US-geführten Koalition von der Macht vertrieben. Seither haben sie sich neu gruppiert und bekämpfen Regierung und ausländische Truppen aus dem Untergrund.
anr/dpa/Reuters/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Afghanistan-Krieg | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH