Von Cordula Meyer und Gregor Peter Schmitz, Washington
Washington - Die Stimmung in den USA ist eindeutig. Wenn die Amerikaner derzeit die größte Gefahr für den Weltfrieden nennen sollen, sagen einer neuen Gallup-Umfrage zufolge 35 Prozent: Iran. Das Mullah-Regime gilt mit Abstand als größte Bedrohung - dahinter folgen zunächst China (19 Prozent) und Nordkorea (10), erst dann das Schlachtfeld Irak (9).
Die neuen Zahlen treffen die Stimmung in Washington. Die Iran-Krise beherrscht die Debatten in der Hauptstadt: Präsident George W. Bush und sein Vize Dick Cheney kündigen mit scharfen Worten an, eine iranische Atombombe um jeden Preis zu verhindern - Bush sprach von der Gefahr eines "Dritten Weltkriegs".
Selbst führende Präsidentschaftsbewerber der Demokraten wie Hillary Clinton wollen einen Militärschlag nicht eindeutig ausschließen - und die Debatte wird kontroverser. So strebt Clintons Rivale Barack Obama eine "aggressive persönliche Diplomatie" an, will Iran durch "wirtschaftliche Anreize" gewinnen, sagte er der "New York Times". Als Präsident würde er Iran womöglich versprechen, keinen Regimewechsel anzustreben - wenn sich das Land aus dem Irak raushält, im Kampf gegen den Terrorismus und im Atomstreit kooperiert.
Hinter den Kulissen werden in Washington die Details eines möglichen Militärangriffs, die Alternativen dazu und die diplomatischen Herausforderungen debattiert.
SPIEGEL ONLINE analysiert die Lage in den USA und die zentralen Fragen zur Iran-Krise:
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